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Generelle Verlaengerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich fuehrt nicht zu mehr Arbeitsplaetzen




04. August 2005 - Zur Forderung des Handwerkspraesidenten Otto Kentzler nach einer generellen Arbeitszeitverlaengerung erklaert der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:

Wir sind gegen eine generelle Verlaengerung der Arbeitszeit ohne Lohnsausgleich. Sie schafft nicht mehr Arbeitsplaetze sondern fuehrt zu Verunsicherung der Arbeitnehmer.

Herr Kentzler nutzt die hohe Arbeitslosigkeit, um das Rad der Sozialgeschichte zurueckzudrehen. Die Forderung von Herrn Kentzler, dass die Arbeitnehmer ohne Lohnausgleich mehr arbeiten sollen, ist rueckwaerts gewandt und bedeutet faktisch das Lohnniveau zu senken.

Es ist die Aufgabe der Tarifvertragsparteien, die woechentliche Arbeitszeit zu verhandeln. In Abhaengigkeit von oekonomischen Entwicklungen kann eine Erhoehung der Wochenarbeitszeit in einzelnen Branchen, wie zum Beispiel kuerzlich im Baubereich geschehen, in bestimmten Zeiten der richtige Weg sein. Ich warne aber vor den voreiligen Schluessen, die Herr Kentzler zieht. Auch die fuenf Wirtschaftsweisen lehnen in ihrem Jahresgutachten eine pauschale Arbeitszeitverlaengerung ohne Lohnausgleich ab. Dieses Gutachten koennte sich Herr Kentzler einmal zu Gemuete fuehren.

Wettbewerbsfaehigkeit kann langfristig nur gesichert werden, wenn wir den Beschaeftigten eine Balance zwischen Erwerbstaetigkeit, Familie und Weiterbildung sowie den Unternehmen die notwendige Flexibilisierung ermoeglichen.

Viel wichtiger und sinnvoller ist daher eine Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Abhaengig von Branche, Auftragslage, Lebensalter, familiaerer Situation etc. muessen Arbeitszeiten flexibel ausgestaltet werden. Zudem besteht generell fuer eine Erhoehung der Wochenarbeitszeit auch nicht viel Spielraum: Die vertraglichen Arbeitszeiten liegen in den alten Bundeslaendern bei 38,9 und in den neuen Bundeslaendern bei 39,8 Stunden/Woche. Die tatsaechlichen Wochenarbeitszeiten liegen laut Forschungsinstituten wie der OECD und dem Institut fuer Arbeitsmarkt- und Berufsforschung durchschnittlich 2,5 Stunden ueber den vertraglichen Wochenarbeitszeiten.

© 2005 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de



Quelle: SPD / pressrelations.de

04.08.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 150 X

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