anzeige [x]
Seite wird geladen ... Bitte warten

es wird in ca. 60.000 Artikel gesucht

 PM online: 65.291
 Redakteure registriert: 3.739
 Gesamtreichweite (Aufrufe Meldungen): 15.881.877

Mythen der Arbeitsmarktpolitik – Eurozone: Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre


Von Ansgar Lange

Bonn/Frankfurt am Main – Wie beseitigt man die Arbeitslosigkeit? Dies ist ein zentrales Problem der Zeit, das die europäischen Länder in unterschiedlichem Maße betrifft. Christoph Eisenring, Wirtschaftskorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) http://www.nzz.ch, nennt zwei Punkte, die zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit geführt haben: Maßvolle Tarifabschlüsse und erste Reformen, welche zu einer Entregulierung am Arbeitsmarkt geführt hätten. Dadurch seien in der Euro-Zone in den vergangenen acht Jahren 12 Millionen Stellen entstanden. Auf der Grundlage neuester Erkenntnisse der Deutschen Bundesbank http://bundesbank.de und der Europäischen Zentralbank http://www.ecb.int/home/html/index.en.html beschreibt Eisenring die „populären Irrtümer der Arbeitsmarktpolitik“ in den letzten zehn Jahren.

Als Mythos hat sich beispielsweise die 35-Stunde in Frankreich erwiesen, die es dort seit 2002 gibt. Ein nüchterner Blick auf die Zahlen zeige aber, dass in der Vergangenheit diejenigen Länder einen besonders starken Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet hätten, in denen auch die Erwerbsbeteiligung kräftig gewachsen sei. Dies gilt in der Euro-Zone in erster Linie für Spanien, Irland und die Niederlande. Zudem sei es unrichtig, dass Frauen am Arbeitsmarkt benachteiligt seien. „In den USA, deren Arbeitsmarkt besonders wenig reguliert ist, gibt es beim Risiko, arbeitslos zu werden, schon seit geraumer Zeit keine ausgeprägten Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern. In Österreich, Großbritannien und Irland sei die Arbeitslosenquote für Frauen sogar niedriger als diejenige für Männer.

Dass sich der Abbau staatlicher Regulierung segensreich auf die Beschäftigung auswirkt, zeigt sich auch darin, dass ein restriktiver Kündigungsschutz und ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn Jugendliche den Eintritt ins Erwerbsleben erschwert. Als Ausweg bieten sich befristete Arbeitsverträge an, so der NZZ-Korrespondent. Dank dieser Flexibilisierung habe sich die Jugendarbeitslosigkeit in der Euro-Zone in den vergangenen zehn Jahren von 23 auf 17,5 Prozent verringert. Eine maßvolle Lohnpolitik zahle sich ebenfalls aus und sorge für mehr Beschäftigung. „Ein ordentlicher Schluck aus der Pulle ist nicht der Königsweg für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Zwischen 2001 und 2005 verlief die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone eher schleppend. Seit 2006 läuft es wieder besser. Dieser Aufschwung darf aber nicht durch zu hohe Tarifabschlüsse vorzeitig abgewürgt werden“, sagt Michael Müller, Geschäftsführer der a&o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. Experten fordern daher, dass die Lohnsteigerungen auch weiterhin unter dem Produktivitätswachstum liegen sollen.

Zuletzt verabschiedet Eisenring noch den Mythos, wonach der Staat die Arbeitslosen für den Arbeitsmarkt fit halten müsse. Die USA und Großbritannien, die bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit recht erfolgreich sind, geben beispielsweise laut OECD weniger als 0,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes für aktive Arbeitsmarktpolitik aus. Dies halte die SPD jedoch nicht davon ab, nach einem „sozialen Arbeitsmarkt“ zu rufen, in den 100.000 Langzeitarbeitslose verschoben werden sollten. Es scheint so, als habe sich die Sozialdemokratie noch nicht von den populären Irrtümern der Arbeitsmarktpolitik gelöst.





Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net

Ihr Ansprechpartner:

Firma: medienbüro.sohn
Name: Gunnar Sohn
Straße: Ettighofferstr. 26a
Stadt: - 53123
 
 
 
WWW: http://www.ne-na.de
E-Mail:

08.02.2007 - 11:01 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 451 X

Top Tags

Europäischen   Arbeitsverträge   Frauen   Bruttoinlandproduktes   Eisenring   Ansgar   -Stunde   vergangenen   BVMW   Irland   BonnFrankfurt   Euro-Zone   populären   Mythos   maßvolle   Länder   Abbau   Aufschwung   Ausweg   Arbeitsmarkt   Blick   Arbeitslosenquote   Arbeitslosigkeit   Arbeitslosen   Prozent   Arbeitsmarktpolitik   Tarifabschlüsse   Beschäftigung   Bekämpfung   Großbritannien