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Hochburg: Jeder fünfte Umweltspezialist arbeitet inzwischen im Raum Hamburg / Kiel


(Bonn) Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn: Zahl der Stellenangebote im Bereich Umweltschutz wächst von 2003 auf 2006 um mehr als 60 Prozent. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Bewerber. <

„Trotz des Stellenbooms im Umweltbereich ist es nicht leicht, einen Job zu bekommen: Denn die Anforderungen an die Bewerber werden immer höher“, sagt Norbert Steinhaus, Arbeitsmarktexperte beim Wissenschaftsladen Bonn. Um rund 14 Prozent stieg die Zahl der Stellenangebote für Umweltspezialisten von 2005 auf 2006. Um 60 Prozent sogar, wenn man die Jahre 2006 und 2003 betrachtet (knapp 7.000 Stellenangebote versus 4.250). Und für das Jahr 2007 zeichnet sich – vergleicht man die ersten Monate des Jahres 2007 mit denen des Jahres 2006 – eine weitere Steigerung ab. „Vor allem das starke Wachstum im Bereich der Erneuerbaren Energien sorgt für die anhaltend große Nachfrage nach Umweltspezialisten insgesamt“, sagt Norbert Steinhaus. Der Rekord aus dem Jahr 2001 (mehr als 8.200 Stellenangebote) wird allerdings wohl auch 2007 nicht erreicht.

Grundlage der Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn ist eine Datenbasis von rund 36.000 Stellenangeboten, in denen zwischen den Jahren 2001 und 2006 Umweltspezialisten gesucht wurden. Der Wissenschaftsladen Bonn, mit 25 Mitarbeitern der größte der 58 Wissenschaftsläden in Europa, wertet seit mehr als zehn Jahren wöchentlich rund 90 Tages-, Wochenzeitungen, Fachpublikationen sowie mehr als 65 Internetportale bzw. Firmen-Websites auf Stellenangebote im Bereich Umweltschutz und Naturwissenschaften aus und stellt diese in seinem Informationsdienst „Arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften“ jeweils aktuell und nach Fachgebieten sortiert für Arbeitsuchende zusammen.
> Anforderungen an Beschäftigte weiter gestiegen <

„Obwohl insbesondere Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien über einen Mangel an Arbeitskräften klagen, wurden die Anforderungen an die Bewerber nicht gesenkt“, sagt Arbeitsmarktexperte Norbert Steinhaus. Im Gegenteil: Der Uni-Abschluss allein verhelfe heute kaum zum Job im Umweltbereich. Inzwischen, so ergab die Auswertung der Stellenangebote, werden in 72 Prozent der Stellenangebote im Umweltbereich von den neuen Beschäftigten allgemeine Berufserfahrung verlangt. Im Jahr 2005 waren es noch 68 Prozent. Rund 35 Prozent der Stellenanbieter verlangen in ihren Anzeigen sogar explizit einschlägige Berufserfahrung von den Umweltspezialisten. Stellenanbieter im Bereich der Erneuerbaren Energien wollen gar, dass 40 Prozent ihrer neuen Beschäftigten spezielle Berufserfahrung aus der Branche bzw. dem Geschäftsfeld mitbringen.

Gestiegen sind überdies die Anforderungen bei den übrigen Qualifikationen: Gute Englischkenntnisse werden mehr und mehr zum Muss: Im Bereich der Erneuerbaren Energien wird diese in 52 Prozent aller Stellenangebote verlangt (gegenüber 49 Prozent im Jahr 2005). In den übrigen Umweltbereichen ist Englisch bei 40 Prozent der Stellenangebote gefordert (37 % im Jahr 2005). Auch Kommunikationsfähigkeit (18 % im Jahr 2005, 20 % im Jahr 2006) und Teamfähigkeit (33 % im Jahr 2005, 36 % im Jahr 2006), werden immer gefragter.
> Chance für Quereinsteiger: Fachübergreifende Qualifikation gefragter als reines Spezialistentum <

„Auffällig ist, dass Unternehmen verstärkt Anzeigen schalten, in denen sie keine spezifischen Angaben zur geforderten Qualifikation machen“, sagt Norbert Steinhaus. Vielmehr würden offenbar Fachkräfte gesucht, die flexibel einsetzbar seien, über die Fachgrenzen hinaus blickten. Steinhaus: „Mittelständische Unternehmen leisten sich z.B. oft keinen ausgebildeten Umweltjuristen, sondern suchen einen Umweltingenieur, der auch anfallende juristische und kaufmännische Aufgaben mitbearbeitet.“ Insgesamt zeigt sich in der Auswertung, dass Maschinenbauingenieure, Chemiker, Bauingenieure, Verfahrenstechniker und Elektrotechniker die Gewinner auf dem Arbeitsmarkt Umweltschutz sind. „Sie werden mit Abstand am häufigsten von Unternehmen, Verwaltungen bzw. sonstigen Institutionen genannt“, sagt Norbert Steinhaus. Verlierer sind dagegen die Biologen: War der Abschluss im Jahr 2004 noch der am vierthäufigsten genannte, so rangiert er 2006 nur noch auf Rang 9.
> Hochburg: Hamburg/Kieler Raum – Region München weit abgeschlagen <

„Der Raum Hamburg / Kiel entwickelt sich mehr und mehr zur Hochburg für Umweltspezialisten“, sagt Norbert Steinhaus. Rund 14 Prozent der Stellenangebote stammten im Jahr 2005 aus dieser Region, im Jahr 2006 waren es bereits mehr als 18 Prozent. Zum Vergleich: Nur knapp 6 Prozent aller Stellenangebote im Umweltbereich kamen 2006 aus dem Raum München. Die Regionen um die Städte Köln/Bonn (9,8 %), Stuttgart (9,1 %), Frankfurt (8,8 %) seien mehr oder minder abgeschlagen. Die Region Berlin bis hin zur Ostsee zählte insgesamt rund 11 Prozent aller Stellenangebote.

Ansprechpartner/in:
Norbert Steinhaus, Tel. (02 28) 201 61-22, wilabonn.de" target="_blank">norbert.steinhauswilabonn.de

Brigitte Peter, Tel. (02 28) 201 61-27, wilabonn.de" target="_blank">brigitte.peterwilabonn.de



Quelle: oak media GmbH / pressbot.net

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14.03.2007 - 20:07 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 818 X

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