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Die Wiederverwendung gebrauchter Bauteile im Hochbau als Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz Auftaktveranstaltung des „bauteilnetz Deutschland“ am 15.3.2007 in Osnabrück unter dem Titel: Werte entdecken -gebrauchte Bauteile wiederverwenden.


Osnabrück den 15.3.2007. Ob Fenster, Treppen, Heizkörper, Balkongeländer oder Dachziegelgut
erhaltene Bauteile sind viel zu schade für den Schredder. Wenn es nach den Initiatoren
des Bauteilnetzes geht, gibt es bald flächendeckend in ganz Deutschland die Möglichkeit
diese gebrauchten Bauteile zu erwerben. Nach dem Vorbild der Bauteilbörse in Bremen
sollen weitere regionale Börsen und Bauteillager entstehen.
Rein begrifflich scheinen „Abbruch“ und „Werte entdecken – gebrauchte Bauteile
wiederverwenden“ zunächst mal nicht viel miteinander zu tun zu haben. „Zugegeben gibt es
in dieser Kombination durchaus Konfliktpotential. Nimmt man jedoch den Begriff „Selektiv“
noch hinzu, könnte aus dem Konflikt abhängig von der jeweiligen Situation durchaus eine
Zweckgemeinschaft werden“, so Frau Dr. Ing. Friederike Krey vom Deutschen
Abbruchverband e.V. – Fachausschuss Entsorgung und Recycling.
Nicht nur diese Expertin wurde von den Initiatoren des bauteilnetz Deutschland geladen, um
herauszufinden wo Anknüpfungspunkte der am Bau Beteiligten liegen.
“Die aktuelle Situation auf den Baustellen macht manchen Ortes einen geregelten Rückbau
schwer. Dieser zahlt sich jedoch aus, wenn es darum geht, Bauteile & Baustoffe möglichst
schadstofffrei d.h.: auch qualitativ hochwertig dem Markt wieder anzubieten und somit für
Neuplanungen zur Verfügung zu stellen,” so Ingo Schulz, Geschäftsführer
Bundesfachgruppe Hochbau im Zentralverband Deutsches Baugewerbe e.V., zugleich
Geschäftsführer der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe e.V., der in seinem
Vortrag die Potenziale eines intelligenten Bauabfallmanagement beleuchtete.
Wie dies in Zukunft praktisch umgesetzt werden kann, berichtete die bauteilbörse bremen,
deren Betreiber über gut vier Jahre Erfahrungen in diesem Geschäft verfügen. Neben der
Beschaffung der Bauteile muss auch für deren Weitervermittlung gesorgt werden: „Die
Vermarktung der Bauteile findet nicht über das Internet alleine statt. Das Internet ist eine
gute Werbeplattform, aber gekauft wird nur nach einer Besichtigung der Bauteile im Lager.“
so Karin Strohmeier eine der Projektleiterinnen.
Der Bericht bereitet die schon in den Startlöchern stehenden Börseninitiatoren Ahlen
(BauFairbund) und Hannover (Glocksee Bauhaus e.V.) darauf vor, was ihnen bei konkreten
Abbauprojekten so widerfahren kann. Außerdem werden sehr anschaulich die Hindernisse
aber auch die Erfolge auf dem Weg des Aufbaues eines Netzwerkes, in dem das Handwerk,
die Bauherrn und die Planer eine große Rolle spielen, aufgezeigt.
Dass der Wiedereinbau von gebrauchtem Material bei Neuplanungen gelingen kann, haben
Pilotprojekte auch von der Seite der Logistik bereits bewiesen. „Wir brauchen aber noch
mehr Beispiele, d.h. private und öffentliche Investoren, die es ermöglichen, Mustergebäude
oder Siedlungen zu bauen,“ ist Klaus Deininger vom KTW- Umweltschutztechnik überzeugt.
Der Plattenrückbau im Osten Deutschlands birgt gewaltige Mengen an Baumaterial, das
bereits im Neubau von Wohnungen, Garagen und Schwimmbädern seinen Einsatz findet,
aber noch enorme Nutzungspotenziale hat.
„Die Wiederverwendung der bei Abbruch anfallenden Bauteile spart wertvolle Rohstoffe und
Energie und ist damit ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Nur wenn es gelingt die Akteure
zu vernetzen, kann das Potential umfassend genutzt werden“, erläutert Verena Exner das
Engagement der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Initiative zum Aufbau
eines Netzwerkes zur Wiederverwertung gebrauchter Bauteile..
Eine zweijährige Energiebilanzierung (Grundlagen Ökoinstitut Freiburg) der ’bauteilbörse
bremen’ liefert konkrete Zahlen. Das Ergebnis, der in diesem Zeitraum vermittelten Bauteile:
735.000 kWh Primärenergie (73.500 l Öl) eingespart, 158.000 kg CO2 gemindert, und 115 t
Bauabfälle vermieden.
Das Projekt „bauteilnetz Deutschland“ versteht sich als Koordinator und Vermittler mit dem
Ziel, in Deutschland flächendeckend Börsen zu initiieren und somit möglichst viele
gebrauchte Bauteile in den Kreislauf der Bauwirtschaft zurückzuführen.
„Es müssen in der Branche Entsorgungsunternehmen, Aufbereiter und Abbruchunternehmer
ebenso zusammengeführt werden, wie Fachverbände, diverse Gewerke des Handwerks,
Architekten, Planer, damit die Bauteile dem Markt wieder zugeführt werden können. Und wir
müssen intensiv bei den gewerblichen oder privaten Abnehmern und Nutzern für den
Einsatz sekundärer Bauteile + Baustoffe werben,“ sagt Jens Jürgen Lau vom RWB Bremen,
Kooperationspartner des Projektes. Wie in jeder Brache wird auch die Qualitätssicherung
als ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum Erfolg gesehen. Über die
Dienstleistungsangebote (Beratung, Schulung, Begleitung) des bauteilnetz Deutschland
kann dies gewährleistet und den Börsen der Start erleichtert werden. Dabei stützen sich die
Kooperationspartner des bauteilnetz Deutschland (Forschungsvereinigung Recycling und
Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V., Architkekturbüro Ute Dechantsreiter, bauteilbörse
bremen, Fa. Ravenworks) auf ihre langjährigen Erfahrungen.
Alle Beiträge werden auf der Website des bauteilnetz Deutschland bereitgestellt. Dort wird
auch die Frage beantwortet, wie viel Primärenergie die Herstellung eines Waschbeckens
benötigt.


HINTERGRUND:
bauteilnetz Deutschland
Feldstr.10
28203 Bremen
Tel. 0421 706825
Fax 0421 706059
infobauteilnetz.de
www.bauteilnetz.de
bauteilnetz Deutschland Kooperationspartner:
Projektleitung: für die Abwicklung J.J. Lau, Dipl. Chem,
Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e.V.
und für die Koordination und Durchführung: Architektin Ute Dechantsreiter
Programmierung: Dr. Andreas Wittek, Fa. Ravenworks
Beratungen: Architekten : Karin Strohmeier, Kai Bohling, Andrea Weiß, Alt
Bauteile Bremen e.V. Projekt: bauteilbörse bremen
Förderer: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Förderung über drei Jahre bis April 2009
__________________________________________________________
Bei Rückfragen: bauteilnetz Deutschland - Ute Dechantsreiter
Tel.: 0421/ 706825 oder 0151/ 17898175


Quelle: oak media GmbH / pressbot.net

Ihr Ansprechpartner:

Firma: oak media GmbH
Name: Christian Bäumker
Straße: Technologiepark 13
Stadt: - 33100 Paderborn
 
 
Telefon: 05251-1489612
Mobil: 05251-1485487
Fax: 0178-4233759
 
WWW: www.oak-media.de
E-Mail:

22.03.2007 - 7:51 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 1099 X

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