esyoil-News: Die Benzinvorräte schrumpfen weiter.
Lüneburg, 12.04.2007. Ordentliche Rohölvorräte und die Hoffnung auf Besserung bei den maroden US-Raffinerien hinderten die Preise gestern am Abheben. Aufwärts geht es dennoch. Die Trends für Öl gleich welcher Sorte weisen alle nach oben. Teilweise sind sie heiß gelaufen. Das veranlasst einige Analysten zu einer zumindest kurzfristigen bärischen Einstellung. Die Fakten sprechen eher für die Bullen. Der Dollar setzt seinen Abwärtstrend nahe zu geradlinig fort. Inflationsängste gehen wieder um.
Gestern wurden die bullischen Argumente hauptsächlich mit den US-Bestandsdaten geliefert. Die Zahlen für Benzin waren erneut niederschmetternd. Der Vorrat liegt deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Er hat nun einen Wert, bei dem Versorgungsengpässe auftreten können. Und er schrumpft weiter. Die Raffinerien laufen seit Monaten gleich schlecht. Daran hat sich in der letzten Woche nichts geändert. Kurzfristig sollen einige Raffinerien, deren Wartungszyklen vor dem Abschluss stehen, wieder in Betrieb gehen. Aber man denkt heute bereits mit großer Sorge an die kommende Hurrikansaison. Wenn Stürme das südliche Festland der USA erreichen, sind weitere Ausfälle wahrscheinlich. Die Bevorratung mit Heizöl liegt ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt, wenn auch weniger dramatisch als bei Benzin. Angesichts der geringen Nachfrage wegen des warmen Winters ist der niedrige Heizölvorrat ein ebenso starker Hinweis auf die unzureichende Versorgungsinfrastruktur der USA wie der niedrige Benzinbestand. Der Rohölvorrat ist gut. Er dämpft die negative Wirkung der Produktenbestände ein wenig.
DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten gestern folgende Bestandszahlen vor:
Rohöl: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -5,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,7 (DOE) bzw. 0,8 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als vor einer Woche aber höher als vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit verharrt bei 87 Prozent.
Der Gesamtvorrat befindet sich auf dem Niveau von Mitte und Ende 2005. Die Preise korrespondieren ungefähr mit den damaligen Werten. Das lässt den Schluss zu, dass die grundsätzliche Beurteilung des Ölmarkts beibehalten wurde.
Neben den Raffinerieproblemen der USA wird zur Untermauerung der anhaltend hohen bis steigenden Preise der Atomstreit mit dem Iran genannt, der ein erhebliches Krisenpotenzial bietet. Darüber hinaus werden leicht steigende Nachfrageprognosen abgegeben. Sie befinden sich, wenn keine technischen oder geopolitischen Störungen auftreten, in einem gut zu bewältigenden Rahmen.
Heute Morgen hält sich der Gasölpreis auf dem gestern erreichten Niveau. Entspannung ist der Preisbewegung nicht zu entnehmen. Die Tonne kostet 588,50 $.
Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Prinzipiell folgen sie dem Weltmarkt. Der fallende Dollar verschafft ihnen eine geringfügig bessere Situation aus Sicht der Verbraucher. Für die Preisentwicklung des Heizöls ist der Einfluss der Ölpreisbewegung erheblich stärker als der Einfluss der Währungsbewegung. Trotz gegenläufiger Trends für Öl und Dollar setzt sich daher der Aufwärtstrend bei Heizöl durch. Hierzulande wird derzeit zwar kaum Heizöl gekauft. Das hindert die Preise aber nicht am Steigen. Sie werden zu über 90 Prozent durch internationale Geschäfte bestimmt. Immerhin, die Heizölpreise sind bei einer Liefermenge von 3000 Liter rund sieben Prozent günstiger als im Vorjahr.
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12.04.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 407 X
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