Stromversorgung: effizientere Kraftwerkstechnologie gefragt
15. Juni 2005 - Zur heutigen Abschlussveranstaltung des "Gespraechskreises Kraftwerkstechnologie" der Arbeitsgruppe Energie der SPD-Bundestagsfraktion erklaert der Leiter des Gespraechskreises, Wolfgang Grotthaus:
Der Gespraechskreis Kraftwerkstechnologie schliesst heute seine Arbeit fuer diese Legislaturperiode ab. In insgesamt acht Veranstaltungen haben wir ein breites Spektrum von Themen behandelt, die unter dem uebergreifenden Motto der Auftaktveranstaltung "Neue Kraftwerke fuer Deutschland" standen. Mit Experten aus Industrie und Wissenschaft diskutierten wir ueber "klassische" Grosskraftwerke, dezentrale Kraft-Waerme-Kopplung, Windkraft und Speichertechnologien.
Im Kern ging es dabei um die Frage: Mit welchen Technologien und mit welchem Primaerenergietraegermix wollen wir die notwendigen und zum Teil bereits ueberfaelligen Modernisierungsinvestitionen fuer eine nachhaltige Stromversorgung angehen? Dabei waren und bleiben die zwei entscheidende Parameter Atomkonsens und Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf rund 20 Prozent der Stromerzeugung unstrittig.
Politisch und volkswirtschaftlich spannend ist zudem die Frage nach der Struktur der verbleibenden 80 Prozent der Stromerzeugung. Es sind diese 80 Prozent, die das Rueckgrat der Stromversorgung unseres Landes und den Motor unserer Volkswirtschaft bilden.
Fuer diese 80 Prozent ist "Effizienz" das Schluesselwort und eine grosse Herausforderung: Es gilt, hohe Energieeffizienz und hohe Kosteneffizienz in einem zunehmend internationalisierten Wettbewerbsmarkt betriebs- und volkswirtschaftlich vernuenftig zusammenzufuehren.
Jede serioese Energieprognose geht zu Recht davon aus, dass national wie global bis weit in die Mitte dieses Jahrhunderts Kohle und Gas die Hauptlast der Stromerzeugung tragen werden.
Deshalb sind wir auf neue und effizientere Kraftwerke fuer eine qualitativ hochwertige, leistungs- und wettbewerbsfaehige Stromerzeugung angewiesen. Ressourceneffizienz und Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz muessen dabei Hand in Hand gehen.
Hier zeichnet sich inzwischen eine erfreuliche Neubewertung der Kohle-Technologie auf nationaler wie auch auf europaeischer Ebene ab. Energiekommissar Andris Piebalgs setzt deutlich erkennbar auf Effizienz und Clean Coal, auch aus Gruenden der Versorgungssicherheit und eines wohlverstandenen Risikomanagements. Das neue Energieforschungsprogramm der Bundesregierung sowie das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm setzen ebenfalls die richtigen Akzente. Im energiepolitischen Dreiklang "Effizienz - Einsparen - Erneuerbare" wird es ohne erhebliche Fortschritte bei der Kohleverstromung keine nachhaltigen Loesungen geben. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass sich nach laengerer Zurueckhaltung auch deutsche Unternehmen engagieren, darunter als bislang einziger Energieversorger Vattenfall Europe, das bereits 2007 eine erste Pilotanlage in Betrieb nehmen will.
Die Bundespolitik hat in den vergangenen Jahren das ihre getan, um in einem zunehmend risikobehafteten Wettbewerbsmarkt vernuenftige Rahmenbedingungen fuer Investitionen in neue Kraftwerke zu schaffen. Jetzt liegt es an den Unternehmen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die vorhandenen technologischen Potentiale in konkrete Investitionsvorhaben umzusetzen. Denn nur ueber reale Kraftwerke und nicht ueber Ankuendigungen wird Deutschland auch in Zukunft an der Spitze von Know-how und Anwendung stehen, wird es weiter moderne Kraftwerkstechnologie Made in Germany geben.
SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
15.06.2005 - 22:41 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1255 X
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