documenta 12 legt externen Kunstvermittlern einen Maulkorb an
Was bislang völlig unbeachtet blieb, beginnt nun weitere Kreise zu ziehen. Wie bereits der Reiseleiter-Chef von Studiosus aufzeigte, sind Führungen von kommerziellen Anbietern bei der documenta12 verboten. Allerdings gehen die Restriktionen noch viel weiter und betreffen auch nicht-kommerzielle, externe Führungen. Mehrere Anfragen der freien Journalistin Michaela Preiner hierzu blieben bislang jedoch unbeantwortet.
Wie aus einer Seite der documenta12 Homepage hervorgeht, müssen für externe Führungen und moderierte Gespräche, die keinen kommerziellen Hintergrund aufweisen, Ansuchen an die documenta12 gestellt werden, die genehmigungspflichtig sind. Die documenta12 behält sich die Einhebung einer Lizenzgebühr vor. Führungen mit kommerziellem Hintergrund, wie z.B. jene von Reiseveranstaltern werden grundsätzlich untersagt.
Dies sind völlig neue Töne im internationalen Kunstgeschehen und die daraus resultierenden Auswirkungen lassen Schlimmes befürchten. Nicht nur, dass die Frage nach der Durchführbarkeit und rechtlichen Grundlage völlig ungeklärt ist. Die von den documenta12-Machern ersonnen Restriktionen kommen, in letzter Konsequenz, sowohl einer Zensur als auch einem öffentlichen Redeverbot gleich. Da mehrere journalistische Anfragen hierzu bislang unbeantwortet blieben, erweckt dies den Eindruck, dass es die documenta12 darauf abgesehen hat, diesbezügliche Konfrontationen bewusst herauf zu beschwören. Sollte dem jedoch nicht so sein, so muss man den Verantwortlichen leider mangelnde Weitsicht attestieren.
Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Bedingungen:
• Extern moderierte Gespräche und Führungen können nur nach Voranmeldung und im Rahmen der Kapazitäten möglich gemacht werden. (es wird auf eine längere Bearbeitungsfrist hingewiesen)
• Moderierte Gespräche und Führungen kommerzieller Anbieter werden nicht genehmigt (Reiseleiter, selbst qualifizierte wie z.B. Kunsthistoriker, müssen den Mund halten)
• Aus Kapazitätsgründen können externe Führungen und Gespräche nur montags bis freitags zwischen 12 und 15 Uhr und einer maximalen Dauer von 2 Stunden zugelassen werden. (die documenta-Führungens selbst werden mit bis zu 6 Stunden dem Publikum angeboten)
• Es ist erforderlich, den Besuch vorzustellen (ein schriftlicher Antrag muss gestellt werden)
• Die documenta12 behält sich vor, unter Umständen eine Lizenzgebühr zu erheben (es gibt keine weiteren Erklärungen wofür und wie hoch diese Gebühr ist)
Eine zweifache Emailanfrage der Journalistin Michaela Preiner, sowohl an die Pressechefin Frau Seefranz, als auch an den Geschäftsführer, Herrn Leifeld, blieb bislang unbeantwortet. Ein Telefonat, geführt mit Sarah Willems, der Assistentin von Frau Seefranz, mit der Bitte um Stellungnahme und dem Hinweis auf eine geplante Pressemitteilung, blieb ebenfalls ohne Erfolg. Die documenta12 ist bestrebt, die Hoheit über die Wissensvermittlung keinesfalls aus der Hand zu geben und spricht damit allen externen Führerinnen und Führern deren Kompetenz ab. Dass dies weitreichende Folgen im internationalen Kunstgeschehen nach sich zieht, wird offensichtlich bewusst in Kauf genommen oder nicht bedacht. Maßstäbe, die die documenta12 setzt, wenn auch wie in diesem Fall katastrophale, werden im Eilschritt von anderen Einrichtungen übernommen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es in den Museen und Ausstellungshallen rund um den Globus zu hören gibt: „Hier darf nur unser autorisiertes Personal sprechen!“
Für Konfliktpotential während der Ausstellung, dann nämlich, wenn es zu Abmahnungen etc. kommt, ist jedenfalls reichlich gesorgt.
Den Artikel „Sie haben hier gar nichts zu sagen!“ der die Sachlage von mehreren Seiten her betrachtet und in dem eine Reihe von Fragen an die documenta12 gestellt werden, können Sie unter www.art-preiner.de lesen.
Die Pdf-Datei, die journalistischen Anfragen, sowie die Zusammenfassung des Telefonates mit Frau Willemsen sind im Anhang des Artikels ebenfalls nachzulesen unter:
www.art-preiner.de
Michaela Preiner:
Die promovierte Kunsthistorikerin und Ausstellungsrezensentin ist spezialisiert auf die Themen zeitgenössische Kunst und den Kunstmarkt. Die geborene Österreicherin arbeitet seit 2007 als freie Journalistin in Deutschland.
Quelle: ArtPreiner / pressbot.net
Ihr Ansprechpartner:
| Firma | : | ArtPreiner |
| Name | : | Dr. Michaela Peiner |
| Straße | : | Sanderstraße 23 |
| Stadt | : | - 97070 Würzburg |
| |
| Land | : | Deutschland |
| |
| Telefon | : | 09313206969 |
| Fax | : | 09313206971 |
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| WWW | : | art-preiner.de |
| E-Mail | : |  |
14.06.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 287 X
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