Neue Wachstumschance fuer Car-Sharing in Staedten
15. Juni 2005 - Zum heute im Verkehrsausschuss beschlossenen Antrag zur Foerderung des Car-Sharing erklaeren die zustaendigen Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Soeren Bartol und Heinz Paula, sowie der verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Buendnis 90/Die Gruenen, Albert Schmidt:
Der heutige Beschluss im Verkehrsausschuss ebnet der weiteren Entwicklung des Car-Sharing in Deutschland den Weg in eine neue Wachstumsphase. Mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen wird die Bundesregierung aufgefordert, kuenftig die Ausweisung eigener Stellplaetze fuer Car-Sharing-Fahrzeuge im oeffentlichen Strassenraum zuzulassen. Dadurch wird Car-Sharing als neue Verkehrsdienstleistung wesentlich attraktiver: Nutzer finden an eigens dafuer ausgewiesenen Stellplaetzen kuenftig leicht ihr Teilzeit-Auto. Lange Warte-, Such- und Anfahrtszeiten gehoeren der Vergangenheit an.
Das groesste Problem fuer das weitere Wachstum von Car-Sharing-Angeboten liegt bisher im Strassenverkehrsgesetz, das keine Ausweisung von oeffentlichen Stellplaetzen fuer Car-Sharing-Stationen zulaesst. Car-Sharing ist jedoch - genau wie das Taxi - als Teil des oeffentlichen Verkehrs zu sehen. Die Car-Sharing-Station neben dem Bahnhof oder der Bushaltestelle - das ist in anderen europaeischen Laendern schon seit Jahren Praxis. Es muss nun auch in Deutschland moeglich werden.
Eine solche optimale Verknuepfung zwischen den oeffentlichen Verkehrsmitteln Bus und Bahnen sowie dem Car-Sharing-Auto nutzt beiden: Car-Sharer fahren bekanntermassen auch gerne mit dem OePNV und steigern damit dessen Fahrgeldeinnahmen. Daher sind Car-Sharer inzwischen fuer oeffentliche Verkehrsbetriebe begehrte Kooperationspartner. Denn Car-Sharing rundet das Angebot einer integrierten Verkehrsdienstleistung ab, da es den OePNV-Nutzern zusaetzlich ein Privatauto auf Zeit zur Verfuegung stellt. Das ist besonders fuer Wenigfahrer attraktiv, weil sich so die Fixkosten fuer ein eigenes Fahrzeug einsparen lassen.
Der heute im Verkehrsausschuss beschlossene Antrag (Drucksache Nr. 15/5586) bedeutet eine wichtige Weichenstellung fuer die weitere Verbreitung der umweltfreundlichen Verkehrsdienstleistung Car-Sharing. Durch diese Form der organisierten gemeinschaftlichen Nutzung von Autos konnten im Jahr 2004 bereits 76.000 Kunden in ueber 250 Staedten an 1.250 Car-Sharing-Stationen auf rund 2.500 Teilzeit-Autos zugreifen.
Das Potenzial von Car-Sharing ist aber - wie alle Untersuchungen belegen - viel hoeher. Um dieses Potenzial zu nutzen, wollen wir Car-Sharing als innovative Verkehrsdienstleistung im Umweltverbund umfangreich foerdern. So sieht unser Beschluss zusaetzlich vor, Car-Sharing-Stellplaetze auch mit Bundesmitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zu foerdern und nach Moeglichkeit Foerdermittel fuer ein verstaerktes bundesweites Marketing und fuer die Schaffung bundesweit einheitlicher Standards im Car-Sharing zur Verfuegung zu stellen. Auch die Forschungsaktivitaeten in diesem Bereich sollen intensiviert werden.
Wir erwarten, dass das zustaendige Bundesverkehrsministerium sich unverzueglich an die Umsetzung unserer Vorschlaege macht. Nachdem auch die Oppositionsparteien in der Sache nicht widersprochen haben, ist der heutige Beschluss uebrigens unabhaengig vom Wahlausgang im Herbst umzusetzen.
SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
15.06.2005 - 22:41 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 301 X

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