Waldschäden nach "Windhose" bei Sonneberg: Sanierungsmaßnahmen angelaufen
Infolge eines extremen Gewittersturms in Form einer "Windhose" sind in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli diesen Jahres im Forstamtsbereich Theuern bei Sonneberg Waldflächen stark in Mitleidenschaft gezogen worden: Rund 23.000 Festmeter Schadholz sind angefallen. Davon betreffen 15.000 Festmeter den Privatwaldsektor.
Zu dem Schadensausmaß und den anstehenden Aufgaben sowie den angelaufenen Erstmaßnahmen informierte sich der Staatssekretär und Vertreter des Ministeriums heute vor Ort.
"Entscheidend ist, dass nun gehandelt wird. Die vom Sturm gebrochenen Bäume und noch stehende Stümpfe bieten ideales Brutmaterial, welches die schon bestehende Gefahr durch Borkenkäfer drastisch erhöht", äußerte Staatssekretär Juckenack nach der nun vorliegenden Gesamteinschätzung der Schäden. "Wichtig ist deshalb jetzt eine schnellstmögliche Aufarbeitung und Sanierung der geschädigten Bestände, um dem nun drohenden massiven Forstschutzproblem in den angrenzenden Waldbeständen zuvorzukommen. Neben einer Soforthilfe für die Aufarbeitung der geschädigten Bestände können die betroffenen privaten Waldeigentümer mit einer Förderung der Wiederaufforstungsmaßnahmen im Frühjahr 2006 im Rahmen des allgemeinen Forstförderungsprogramms rechnen", so der Staatssekretär.
Durch schnelle Information und Abstimmung ist es bereits jetzt gelungen, dass die Arbeiten im Staatswald, aber auch im Privatwald angelaufen sind.
Flächenmäßig sind insgesamt etwa 630 Hektar Wald von Windbruch und -wurf geschädigt worden. Davon liegen rund 500 Hektar im Privatwald und der Rest 130
Hektar überwiegend im Staatswald. Im Privatwald sind ca. 400 Eigentümer mit durchschnittlichen Flächengrößen von 1 Hektar betroffen. Das Forstamt Theuern schätzt ein, dass von den betroffenen Flächen bis zu 30 Prozent wiederaufgeforstet oder gezielt in Verjüngung gebracht werden müssen. Die Waldgebiete an den Südhängen des
Thüringer Schiefergebirges und des vorgelagerten Muschelkalkbandes zwischen
Theuern, Mausendorf und Bachfeld sind besonders stark betroffen. Hier prallten Gewitterböen aus Süden direkt auf das ansteigende Geländerelief.
Aufgrund der Sommerwochen ist der Zeitraum für die Aufarbeitung des Schadholzes eng begrenzt. Als forstliches Schadinsekt in dieser Jahreszeit ist vor allem der "Buchdrucker" aktiv. Deshalb müssen die Bäume innerhalb von ca. sieben Wochen aufgearbeitet und aus dem Wald abgefahren sein, um eine Buchdrucker-Massenvermehrung zu verhindern. Dieser Zeitraum resultiert aus der Biologie des Buchdruckers, dessen Entwicklungsdauer unter günstigen Bedingungen nur knapp zwei Monate beträgt.
Bei der derzeit bereits akuten Borkenkäferbefallsituation und der günstigen Witterung könnten sich bereits bis etwa Mitte September große Mengen Jungkäfer entwickeln. Das angefallene Schadholz muss also vollständig aufgearbeitet werden, damit kein bruttaugliches Material verbleibt.
Petra Betzi. V. PressesprecherinBeethovenstraße 3 · 99096 ErfurtTel: (03 61) 37-99 930 · Fax: (03 61) 37-99 939 E-Mail: pressestelletmlnu.thueringen.de Internet: www.thueringen.de/tmlnu
Quelle: MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, NATURSCHUTZ UND UMWELT - THÜRINGEN / pressrelations.de
11.08.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 397 X

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