"Plädoyer für mehr Marktmacht"
(djd/pt). Über 13.000 Milchbauern zeigten am Dienstag, 14. August, bei einer Großdemo in München, dass sie das derzeitige System in der Milchwirtschaft nicht länger akzeptieren wollen. "Die Festlegung des Erzeugerpreises allein durch die Molkereien ist nicht mehr zeitgemäß. Die Bauern wollen den Markt eigenverantwortlich steuern können, um künftig einen Preis über den Markt erlösen zu können, der ihre Kosten deckt", erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Thorsten Sehm. Der Verband hatte zu der Demonstration aufgerufen. "Das war ein beeindruckendes Plädoyer der Milchbauern für mehr Marktmacht", zeigte Sehm sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Teilnehmer verlangten von den Molkereien vor allen Dingen einen fairen Anteil an den aktuellen Preiserhöhungen, der so hoch sein müsse, dass er nicht durch die gestiegenen Kosten der Milchproduktion nivelliert wird. "Fakt ist nämlich, dass von den Preiserhöhungen im Frühjahr bei den Landwirten fast nichts ankam, obwohl die Produktionskosten alleine 2007 um drei Cent gestiegen sind", erklärte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber.
Faire Milchpreise als Ziel
Dementsprechend appellierten die Demonstranten an die Politik, es den Erzeugern zu ermöglichen, als gleichberechtigte und starke Partner am Milchmarkt teilzunehmen. Der erster Schritt hierfür war die Genehmigung des so genannten Milk Boards durch die politischen Entscheidungsträger. Das Milk Board will künftig - als eine überregionale Großvereinigung von Milcherzeugern - die Erzeugung und den Absatz der in ihren Mitgliederbetrieben gewonnenen Milch den Erfordernissen des Marktes anpassen. Das soll den Erzeugern gegenüber Molkereien und Handel ein größeres Gewicht geben und dafür sorgen, dass die Erzeuger faire Preise für ihre Milch aushandeln können. Nur so, sagt der BDM, könne sichergestellt werden, dass auch künftig noch qualitativ hochwertige Milch in Deutschland produziert werde.
Abschaffung der Quotenregelung nicht im Verbraucherinteresse
Von der Politik wurde auch gefordert, die Mengensteuerung auf europäischer Ebene fortzusetzen - allerdings in veränderter Form. "Die zukünftige Quote muss flexibel an die Absatzmöglichkeiten des Marktes angepasst werden können. Dies wollen die Milcherzeuger in Eigenregie vornehmen", stellte Romuald Schaber klar.
Die gegenwärtige Marktsituation belege eindrucksvoll, dass die Steuerung der Angebotsmenge das einzige Instrument sei, das den Bauern bessere Preise sichere. "Unter dem Mäntelchen des Verbraucherinteresses fordern jetzt diejenigen eine Abschaffung der Quote, die letztlich nur ein Interesse am Einkauf möglichst billiger Rohstoffe haben."
Quelle: djd / pressetreff.de
24.08.2007 - 17:06 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 192 X

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