Premium-Produkte für Premium-Fahrzeuge: Qualität ist der wahre Luxus
Von Florian Bauer, Dräxlmaier Group, Vilsbiburg
In den USA gilt Cadillac als Inbegriff für automobilen Luxus. Ein Ruf, der jedoch im Laufe der letzten Jahre zunehmend verblasste und immer mehr Stammkunden veranlasst hat, den American Way of Drive gegen das europäische oder japanische Verständnis von Luxus einzutauschen. Doch bei GM hat man das Problem erkannt und ist entschlossen, die traditionellen Werte der Marke neu zu definieren und eine mittlerweile schon über hundert Jahre andauernde Erfolgsgeschichte fortzusetzen.
Vor allem im Innenraum galt es, eine Menge aufzuholen. Hier bot ein Cadillac einfach nicht mehr die Wertanmutung, wie sie ein Mercedes, BMW oder Lexus ausstrahlt. Man ging also dahin, wo diese Wertanmutung entsteht, und fand bei Dräxlmaier im bayerischen Vilsbiburg genau den richtigen Partner. Es entstand zunächst ein Showcar, das in der GM-Vorstandsetage beeindruckte und dazu führte, dass Dräxlmaier in die Liste der GM Systemlieferanten aufgenommen wurde und den Auftrag erhielt, das komplette Interieur des Oberklasse-Crossovers Cadillac SRX zu entwickeln und zu liefern.
„Der SRX verkörpert am besten unsere neue Auffassung der vollkommenen Innenraumausstattung“, beschreibt Cadillac General Manager Jim Taylor das Ergebnis und verweist auf die „gelungene Kombination von moderner Technik und Handarbeit, die früher schon und jetzt wieder ein Cadillac Wahrzeichen ist.“ Wer in einem Cadillac der neuen Generation Platz nimmt, spürt auch sofort, was damit gemeint ist. Der Innenraum präsentiert sich luxuriöser und einladender als je zuvor. Die Oberflächen wirken weich, natürlich und strahlen ein Finish aus, wie es eben nur mit sorgfältiger Handarbeit möglich ist.
Perfektes Design; luxuriös, exklusiv, handgefertigt
Dräxlmaier verknüpft gezielt modernste Verfahrenstechnik mit traditioneller Handarbeit. Oberflächenverkleidungen aus Leder werden größtenteils von Hand geschnitten, genäht und bespannt. Das Ergebnis erkennt man an einer Reihe überzeugender Feinheiten in der Verarbeitung – eine nahezu perfekte Vermeidung von Nahtlücken und Säumen zum Beispiel. Oder Nähte im besonders dekorativen French-Stichmuster.
Zu den weiteren Merkmalen eines edlen Designs zählen Airbag-Abdeckungen mit unsichtbarer Reißnaht. Die Dräxlmaier-Spezialisten setzen dafür ein besonderes Verfahren ein. Bei der Mercedes-Benz S-Klasse ist die Instrumententafel in den Topvarianten vollständig mit Leder überzogen. Die unvermeidliche Reißlinie des Beifahrer- Airbags wurde – damals zum allerersten Mal, später auch für Jaguar und Cadillac – völlig unsichtbar eingearbeitet.
Individualisierung und Modularisierung konsequent durchdacht
Ganz besonders im Premium-Segment erwarten Kunden heute ein Fahrzeug, das genau ihren Komfortbedürfnissen und ästhetischen Vorstellungen entspricht. Fahrzeugkomponenten müssen daher eine technische Plattform bilden, mit der sich ohne zu großen Aufwand die unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten realisieren lassen.
Für Jaguar liefert Dräxlmaier beispielsweise elegante Instrumententafeln, die neben einer besonders edlen Lederausführung wahlweise auch mit Oberflächen aus hochwertigem genähtem Dekor in PU-Planware ausgestattet werden können; ein Merkmal, das die jahrelange Erfahrung der Dräxlmaier Group hinsichtlich Entwicklung und Fertigung hochwertiger Interieur-Komponenten verdeutlicht.
Die Integration komplexer Funktionen zu innovativen Modulen verbindet die Entwicklung zu immer mehr Varianten mit den Rahmenbedingungen einer hoch flexiblen Fertigung. Daher ist das Thema Modularisierung bei vielen OEM die Antwort auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen. Hierzu zählen komplexe Baugruppen, die zunehmende Anzahl von Sonderausstattungen, die Nutzung von Plattformen und allgemein die Erreichung von Kosten- und Gewicht-Targets.
Das Cockpit des neuen Jaguar XK ist ein typisches Beispiel für die Modularisierung im modernen Automobilbau. Die Konstruktion der Interieur-Bauteile und das Modul-Package lag in der Verantwortung der Dräxlmaier Group. Das Cockpitmodul wird komplett funktionsfertig Just in Sequence der laufenden Jaguar-Produktion zugeführt. Bei der Entwicklung des Moduls kam Jaguar zugute, dass Dräxlmaier über ein breit gefächertes Know-how verfügt, das die im Bereich des Cockpits besonders umfangreiche Elektrik und Elektronik genauso umfasst, wie die in Metall und Kunststoff ausgeführten strukturellen Trägerelemente. Die Entwicklung erfolgte in einem interdisziplinären Team aus Dräxlmaier-Konstrukteuren und -Ingenieuren und führte zu einem Ergebnis, das die Anforderungen einer rationellen, automatisierten Montage ebenso erfüllt, wie die Erwartungen an Funktion, Haptik und Design. Die Entwicklung und Lieferung des Cockpitmoduls aus einer Hand trägt ganz entscheidend zur Gewichtsreduzierung bei und weist optimale Eigenschaften hinsichtlich Steifigkeit und Crashverhalten auf.
Jedem Fahrzeug seinen individuellen Leitungssatz
Doch Dräxlmaier ist nicht nur Spezialist für das Fahrzeug-Interieur, sondern gilt auch als innovativer Zulieferer für die Elektrik/Elektronik. Hinter dem Stichwort „kundenspezifische Leitungssätze“ steckt die Idee, aus mehreren hundert modular aufgebauten Innenraum-Leitungssätzen für jedes einzelne Fahrzeug genau die Variante bereitzustellen, die dem vom Kunden bestellten Ausstattungsumfang entspricht. Eine logistische Meisterleistung, die nicht nur dazu beiträgt, keine unnötigen Leitungen zu verbauen und damit das Fahrzeuggewicht zu senken, sondern auch dabei unterstützt, dass die modernen Premium-Fahrzeuge trotz einer Vielzahl neuer Funktionen nicht entsprechend mehr Leitungen mit sich führen müssen.
Dräxlmaier setzt dafür bei modernen Bordnetzsystemen gezielt Kombinationen aus konventionellen Rundleitern sowie Flach- und Lichtwellenleitern ein und liefert gesamte Bordnetzsysteme über die Entertainment-Systeme bis hin zum Motormanagement. Um trotz der komplexen Intelligenz eines Fahrzeugs mit zahlreichen Sensoren den Leitungssatzaufwand möglichst gering zu halten, kommen verschiedene Bussysteme zum Einsatz, die eine flexible Basis zur Abwicklung der unterschiedlichen Anforderungen an die Datenkommunikation bilden.
Weltweite Fertigung just in sequence
Für die OEM erlaubt die Vernetzung der Entwicklungs-, Konstruktions- und Fertigungsprozesse mit einem Systempartner wie Dräxlmaier den Zugriff auf ein gebündeltes Engineering- und Produktions-Know-how. Dazu kommt, dass sich die Dräxlmaier Group mit etwa 35 000 Mitarbeitern an 52 Standorten in 20 Ländern zu einem Global Player entwickelt hat, der nicht nur über ein internationales Fertigungs- und Logistiksystem verfügt, sondern schon während der Entwicklungsphase über mehrere Standorte hinweg unterschiedlichste Ressourcen bündeln kann.
Die reibungslose Just in Sequence-Logistik garantiert ein eigenes, ganz auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittenes Supply Chain Management-System; eine Eigenentwicklung mit der dazugehörigen Software. Dräxlmaier erhält per DFÜ genaue Informationen über die Ausstattung der einzelnen Fahrzeuge und das dafür benötigte Interieur und die Bordnetzsysteme, die in den ausländischen Produktionsstandorten hergestellt, exakt in der benötigten Reihenfolge konfektioniert und Just in Sequence der OEM-Montage zugeführt werden. Die international vernetzte Entwicklungs-, Produktions- und Logistikkompetenz setzt die Dräxlmaier Group immer wieder unter Beweis, wenn ein neues Fahrzeugmodell die Bühne des Marktes betritt.
Quelle: OEM&Lieferant, Messeausgabe 2007
DER AUTOR
Florian Bauer ist Holding-Geschäftsführer der Dräxlmaier Group in Vilsbiburg.
Lisa Dräxlmaier GmbH
Landshuter Straße 100
D-84137 Vilsbiburg
Telefon: +49 8741 47- 0
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Quelle: Elisabeth Klock Verlag / pressbot.net
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07.09.2007 - 16:14 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 276 X
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