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Methylphenidat bleibt ADHS-Medikament der Wahl




(Neuss im August 2005 - hhp) Unter den derzeit verfügbaren Wirkstoffen zur Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bleibt Methylphenidat die Therapie der ersten Wahl. Zu diesem Ergebnis kommt die Hamburger Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Kirsten Stollhoff in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "pädiatrie hautnah". Methylphenidat habe sich in 60 Jahren der Anwendung bei der Behandlung dieser neuro-biologischen Funktionsstörung bewährt. Darüber hinaus hätten in den vergangenen Jahren entwickelte langwirksame Präparate die ADHS-Behandlung zusätzlich verbessert. Sie würden die Therapieoptionen erweitern und die Qualität der Versorgung steigern, erklärt Stollhoff.

Ist eine ADHS mit psychoedukativen Maßnahmen allein nicht ausreichend behandelt, empfehlen nationale wie internationale Richtlinien eine Pharmakotherapie. In ihrem Fachbeitrag "Wandel in der medikamentösen Therapie" verweist Stollhoff auf die jahrzehntelangen und guten Anwendungserfahrungen bei der Behandlung der ADHS mit Methylphenidat. Behauptungen, die Einnahme dieses Wirkstoffes könne Langzeitschäden wie Wachstumsstörungen oder Morbus Parkinson verursachen, konnten dabei nicht nachgewiesen werden. Ebenso wenig lasse sich eine erhöhte Suchtgefahr ableiten, erklärt Stollhoff. Vielmehr hätten neuere Studien stets gezeigt, dass eine Behandlung mit Methylphenidat zu einer Reduktion des Risikos eines späteren Alkohol- oder Drogenmissbrauchs führt.[1] "Nach 60 Jahren klinischer Anwendung wären Langzeitschäden längst bekannt", schlussfolgert die Hamburger Expertin. Grundsätzlich plädiert Stollhoff für einen multimodalen Ansatz bei der Therapie der ADHS. Dieser habe sich in der Praxis bewährt. In der US-amerikanischen MTA-Studie (Multimodal Treatment Study) von 1999 zeigte sich diese Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Therapie mit Methylphenidat anderen Therapieansätzen überlegen.

Zudem habe sich die Qualität der medikamentösen Therapie durch die in den vergangenen Jahren entwickelten Retardpräparate weiter gesteigert, erklärt Stollhoff. Damit stünden nun ADHS-Medikamente zur Verfügung, deren Wirkung bis zu zwölf Stunden anhalte und somit praktisch eine Ganztagestherapie erlaubten. So sorgt beispielsweise der Tablettenaufbau von Methylphenidat-OROS (Oral Release Osmotic System) dafür, dass der Wirkstoff kontinuierlich während des Verlaufes des aktiven Tages abgegeben wird. "Vor allem Schulkinder, die bis nachmittags Unterricht haben, profitieren von der Langzeitwirkung", berichtet Stollhoff. Eine morgendliche, von der Nahrungsaufnahme unabhängige, Einnahme reicht hierfür aus. Da langwirksame Präparate nur einmal am Tag eingenommen werden, so Stollhoff, würde die elterliche Kontrolle über die verordnete Medikation vereinfacht. Außerdem seien Kinder mit ADHS nicht mehr gezwungen, Medikamente vor den Augen ihrer Mitschüler einzunehmen – ein erheblicher Vorteil, der eine Stigmatisierung vermeidet.

Der Fachbeitrag von Frau Dr. Stollhoff ist im Internet unter www.paediatrie-hautnah.de/aktuell zu lesen. Weitere Informationen und Hintergründe zum Thema ADHS gibt es unter www.mehr-vom-tag.de .

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Kontakt:

Robert Schwarz / Holger PohlenHaas & Health Partner PRTel.: 06123-70 57-26 /-24Email: schwarzhaas-health.de / pohlenhaas-health.de



[1] Vgl. Wilens TE et al. Does stimulant therapy of attention-deficit/hyperactivity disorder beget later substance abuse? A meta-analytic review of the literature. Pediatrics 2003; 111:178-85 und Barkley et al. Does the treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder with stimulants contribute to drug use/abuse) A 13-year prospective study. Pediatrics 2003; 111: 97-109



Quelle: HAAS & HEALTH / pressrelations.de

16.08.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 146 X

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