Depression: die Spirale des Schweigens durchbrechen
(djd/pt). Viele Menschen, die unter psychischen Problemen oder Depressionen leiden, sind sich dessen gar nicht bewusst. Sie geben sich oft selbst die Schuld für ihre schlechte Laune und versuchen, ihre Probleme vor der Familie, Freunden oder am Arbeitsplatz zu verbergen. Leicht kann so eine Spirale des Schweigens und der Isolierung in Gang gesetzt werden. Selbst den Hausarzt, einen Psychologen oder Psychiater aus eigener Initiative um Rat zu fragen, fällt vielen dann immer schwerer. Einfacher ist es für viele Betroffene, sich in der Anonymität des Telefons oder des Internet erste Hilfe zu holen.
In der Anonymität des Internet ist es leichter, sich zu öffnen
Unter www.meinpsychiater.de finden diese Menschen seit dem 1. Oktober 2007 eine Anlaufadresse. Betroffene oder deren Angehörige können ihr Anliegen dort ausgewählten Psychiatern und Psychologen schildern. Nach spätestens 24 Stunden erhalten sie eine Antwort. "Wir zeigen den Patienten Lösungswege auf und nennen ihnen erste Anlaufstellen", sagt Dr. Ralf Fischbach, Vorstandsvorsitzender der Qualimedic.com AG. Er legt Wert auf die Feststellung, dass das Portal nicht die Behandlung durch einen Arzt oder Psychiater ersetzen kann. "Das Online-Portal ist nur eine Ergänzung zum Praxisbesuch oder gibt überhaupt erst den Anstoß dazu", so Fischbach. Die Häufigkeit psychischer Störungen ist eine deutliche Aufforderung zum Handeln: Sie sind mit knapp neun Prozent mittlerweile der vierthäufigste Grund für eine Krankschreibung, berichtet der BKK Bundesverband. Und den rund vier Millionen Patienten, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, steht laut Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Dunkelziffer von nochmals vier Millionen Betroffenen gegenüber.
Psychologische Beratung setzt Vertrauen und Sicherheit voraus
Psychologische Beratung setzt ein hohes Maß an Vertrauen und Sicherheit voraus. Um die Ratsuchenden zu schützen und eine missbräuchliche Nutzung der Online-Sprechstunden zu unterbinden, ist daher die Registrierung der Ratsuchenden erforderlich. Pro Quartal wird eine Schutzgebühr von 15 Euro erhoben, die allerdings die Kosten des Portals nicht trägt. Da der Betreiber Bannerwerbung an dieser Stelle nicht für angebracht hält, wird das Portal aus Gewinnen des Betreibers Qualimedic mitfinanziert. Neben der fundierten fachlichen Hilfe der Psychologen nennt die Website auch Notfall-Telefonnummern und Adressen von Anlaufstellen in der Region des Ratsuchenden.
Quelle: djd / pressetreff.de
20.10.2007 - 9:05 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 244 X

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