Staatsdiener sind deutlich überversorgt – Deutscher Beamtenbund verweigert sich der Wirklichkeit
Bonn/Düsseldorf – Angela Merkel kommt bei den Beamten augenscheinlich gut an. Kein Wunder: Das Bekenntnis der Kanzlerin, gerade dieser Gruppe sei in den vergangenen Jahren viel zugemutet worden, war Balsam auf die Beamtenseelen. Außerdem plädierte sie verklausuliert für eine Anhebung der Bezüge der Staatsdiener. Zudem legte die Regierungschefin ein klares Bekenntnis zum Berufsbeamtentum ab.
Die Ansprüche der Beamten sind nicht gering, zumindest dann nicht, wenn man die Forderungen des Beamtenbund-Chefs http://www.dbb.de Peter Heesen zum Maßstab erhebt. Gegenüber der Tageszeitung Die Welt http://www.welt.de forderte der Interessenvertreter: „Was die Abgeordneten für sich beschließen, muss erst recht für Beamte gelten“. Gemeint waren die allgemein als wenig bescheiden empfundene Diätenerhöhung.
Ganz andere Forderungen an Deutschlands Staatsdiener erhebt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. „Die Beamten können nicht ständig darauf verweisen, sie hätten in der letzten Zeit so manches Sonderopfer bringen müssen. Auch in der freien Wirtschaft mussten viele Angestellte auf mehr Netto im Geldbeutel verzichten und längere Arbeitszeiten akzeptieren. Sinnvoll wäre eine leistungsbezogene Bezahlung der Beamten, ohne dass dadurch der Haushalt auch nur um einen Euro mehr belastet wird. Es kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass faule Staatsdiener das normale Einkommen beziehen, während man bei fleißigen noch draufsattelt. Wirklich überlegenswert ist aber der Vorschlag des Finanz- und Rentenexperten Bernd Raffelhüschen, das Pensionsalter für Beamte auf 68 Jahre anzuheben. Schließlich leben Pensionäre auch im Schnitt drei Jahre länger als die gesetzlich Rentenversicherten.“
Nadolski warnte zudem davor, „dass uns das Problem der Altersversorgung der Beamten demnächst noch Kopfschmerzen bereiten wird“. Der Spiegel-Redakteur Michael Sauga http://www.spiegel.de schreibt in seinem Buch „Wer arbeitet, ist der Dumme“ denn auch davon, dass die deutschen Staatsdiener „Anspruch auf eine Luxusversorgung aus der steuerfinanzierten Beamtenkasse“ haben. Von der viel beschworenen finanziellen Besserstellung der Angestellten im aktiven Erwerbsleben könne keine Rede sein, so Sauga: „Tatsächlich jedoch schneiden Angestellte nur im Bruttovergleich durchgängig besser ab. Wird dagegen das Nettogehalt nach Abzug aller Steuern und Sozialbeiträge als Maßstab angelegt, liegen die Beamten vielfach vor den Angestellten. Der angebliche Einkommensverzicht, mit dem die Staatsdienerlobby ihre üppigen Versorgungsansprüche rechtfertigt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Märchen. Wer die Zahlen richtig interpretiert, stellt vielmehr eine doppelte Begünstigung der Beamtenschaft fest: Während ihrer aktiven Zeit zahlen sie weniger Abgaben, im Ruhestand erhalten sie höhere Altersgelder.“
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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28.11.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 287 X
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