Neue Hochwassersteuerung am Forggensee stellt Leistungsfähigkeit unter Beweis
Schnappauf: "Zusätzlicher Rückhalteraum in den Speichern"
München, 22. August 2005 - Angesichts der Dauerregenfälle im Süden Bayerns hat die staatliche Wasserwirtschaft Maßnahmen zum aktiven Hochwassermanagement ergriffen. Dies betonte heute Umweltminister Werner Schnappauf in München. So wurde der Wasserspiegel des Forggensees jetzt um rund einen Meter abgesenkt, um weitere Rückhaltekapazität für das Lechgebiet zu schaffen. Darüber hinaus wurde der Abfluss aus dem Sylvensteinspeicher nahezu verdreifacht, um auch für das Isargebiet zusätzlichen Rückhalteraum zu schaffen. Außerdem steht der Hochwasserspeicher des Grüntensees für den Hochwasserfall zur Verfügung. Der bayerische Hochwassernachrichtendienst erwartet, dass diese Maßnahmen ausreichen, um großflächige Überschwemmungen in bebauten Bereichen zu vermeiden. Allerdings bleibt die Lage weiterhin angespannt.
Voraussetzung für die zuverlässige Bewirtschaftung der Speicher ist dem Minister zufolge eine möglichst genaue und frühzeitige Hochwasservorhersage. Schnappauf: "Rund 550 Pegel im Freistaat sind mit einer Datenfernübertragung ausgestattet und liefern vollautomatisch rund um die Uhr die aktuellen Wasserstände der Flüsse, Bäche und Seen. Seit dem Pfingsthochwasser 1999 hat der Freistaat rund sieben Mio. Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Messeinrichtungen investiert". Wichtige Bausteine des Programms sind das automatische Niederschlagsmessnetz, das gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst betrieben wird und die Pegel, an denen die Wasserstände gemessen, aufgezeichnet und fernübertragen werden.
Grundlage der momentanen Hochwassersteuerung am Forggensee ist ein Konsens, der mit Regionalpolitikern vor Ort getroffen wurde. Der Konsens berücksichtigt einerseits die von den Seeanliegern seit Jahren geforderte Ausdehnung der Aufstauzeiten vom 1.6. bis zum 15.10. statt wie bisher vom 15.6. bis zum 30.9. Dadurch wird der Freizeitwert und das Bild des Sees deutlich verbessert. Andererseits erbringt die Verringerung des Sommerstaus um bis zu einen halben Meter ca. 7,5 Millionen Kubikmeter zusätzlichen Hochwasserrückhalteraum. Schnappauf: "Dadurch kann sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Tourismus Rechnung getragen werden". Die 1954 am Forggensee errichtete Talsperre Rosshaupten produziert eine jährliche Strommenge für umgerechnet etwa 250.000 Bürger und trägt mit seinem Rückhalteraum von aktuell bis zu 38 Millionen Kubikmeter wesentlich zum Hochwasserschutz der flussabwärts liegenden Lech-Gemeinden bei.
Bayern setzt dem Minister zufolge im Rahmen seines Hochwasseraktionsprogramms 2020 auf ein ganzheitliches Konzept zum Hochwasserschutz. Gegenstand der Drei-Säulen-Strategie sind der natürliche Rückhalt in der Fläche, technische Hochwasserschutzmaßnahmen und weitere Hochwasservorsorge wie beispielsweise der Hochwassernachrichtendienst. In den letzten 10 Jahren hat die Bayerische Staatsregierung für den Hochwasserschutz rd. 1,05 Mrd. ? investiert. Schnappauf: "Diese vorausschauenden Maßnahmen zahlen sich jetzt aus. Als ein weiterer Meilenstein wird Anfang September ein wesentlicher Bauabschnitt für das Hochwasserschutzgroßprojekt Obere Iller abgeschlossen, mit dem in Zukunft weitere 6,3 Millionen Kubikmeter Hochwasserrückhalteraum im Seifener Becken zur Verfügung stehen werden".
Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de © Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - www.stmugv.bayern.de
Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de
22.08.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 147 X

RSS Feed