Budapest Frühlingsfestival 2008: europäisches Erbe, die Renaissance
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Ein großes europäisches Festival als Touristenmagnet in der ungarischen Metropole
Die Renaissance steht für die goldene Epoche der neuzeitlichen Geschichte Europas, die im Gegensatz zur rauen Askese den Menschen und mit ihm die Schönheit des irdischen Lebens, den Genuss der geistigen und körperlichen Freuden, den Aufschwung aller Zweige von Wissenschaft und Kunst in den Mittelpunkt stellt. In Ungarn knüpft die Entfaltung der Renaissance an den Namen des legendären Humanistenkönigs Mátyás (Matthias) Hunyadi an. Anlässlich des 550. Jahrestag seiner Thronbesteigung wurde 2008 zum Jahr der Renaissance in Ungarn erklärt.
In der Ausgabe 2008 des Budapester Frühlingsfestivals vom 14. bis 30. März spielen Werke und Persönlichkeiten, Ereignisse und Schauplätze der Renaissance eine besondere Rolle.
Die musikalische Festival-Hitliste: Pfitzners Palestrina mit Zoltán Peskó am Dirigentenpult als Ungarnpremiere in der Regie von Balázs Kovalik. In der Aufführung wirken internationale Starsolisten sowie das Magyar Telekom Symphonieorchester mit.
Die Ungarische Nationalphilharmonie bietet Vincent d'Indys Jean Hunyade, die groß angelegte Rittersymphonie mit ungarischem Thema. Das Werk stellt János Hunyadi, dem Retter des Renaissance-Europas, ein unvergängliches Denkmal. Das Werk ist aus dem ungarischen Konzertrepertoire spurlos verschwunden, eine symphonische Dichtung im Jahr der Renaissance in Ungarn wiederentdeckt.
Die Reihe der Festivalereignisse zur Würdigung der Hunyadis werden fortgesetzt im Programm Könige, Heilige, Helden mit Hilfe der Volkslieder und Volksdichtung der Donauvölker, die Hunyadis dargestellt. Zu Ehren von Beatrix von Aragonien, der aus Italien stammenden Frau von Mátyás, erklingt Renaissancemusik vom Hof aus Neapel auf zeitgetreuen Instrumenten des Micrologus Ensembles.
Ebenfalls mit alter Musik, Bach-Werken sowie einem Orgelabend mit Werken zeitgenössischer Komponisten und der Ungarnpremiere der siebenbürgischen Passion unserer Tage gastiert Cluj in, die Geburtsstadt des großen Königs, beim Budapester Frühlingsfestival.
Im Ausstellungskatalog repräsentiert der groß angelegte Zyklus „;Das Erbe von König Matthias“; das bewundernswerte Niveau der Buchkultur, des Palastbaus, der Tapisserie- und Schmiedekunst im Ungarn des 15. Jahrhunderts.
Die zweite wichtige Richtlinie des Festivals ist das bereits traditionelle Ereignis des Treffens von Welten: Im Eröffnungskonzert dirigiert Kent Nagano das Bayerische Staatsorchester, in einem der Programme vom Budapester Festivalorchester treten Leonidas Kavakos und Miklós Perényi unter Dirigent Pinchas Steinberg auf, im weiteren Programm steht Iván Fischer am Dirigentenpult, Solist des Abends ist Radu Lupu. Am Bartók-Abend von Zoltán Kocsis und der Ungarischen Nationalphilharmonie spielt Barnabás Kelemen das Solo im Violinkonzert. In Herzog Blaubarts Burg im Palast der Künste treten Bernadett Wiedemann und Péter Fried auf; und einige Tage vorher erwarten Ádám Fischer an der Spitze der Bamberger Symphoniker mit Werken von Haydn, Mozart und Dvoøak sowie Sir John Eliot Gardiner mit seinen Ensembles, den The English Baroque Soloists and The Monteverdi Choir mit Bachs Johannespassion das Publikum.
Als ein herausragendes Festivalereignis verspricht sich die Budapest-Premiere des Konzertwerkes von Péter Eötvös, bei welcher der Komponist selbst am Dirigentenpult steht, unter Mitwirkung der Göteborger Symphoniker und der Violinistin Akiko Suwanai. Auch das Gastspiel der phänomenalen Sängerin Anne-Sofie von Otter mit dem herausragenden Marc Minkowsky und Les Musiciens du Louvre - Grenoble wird sicher ein Festival-Highlight sein.
Als Überraschung für Opernfans ist der Jubiläums-Zyklus mit Puccini-Werken gedacht: Das Budapester Frühlingsfestival feiert den 150. Geburtstag des Komponisten-Genies mit einer Opernreihe, in der die kaum bekannten Werke des jungen Künstlers, wie z.B. Edgar, ebenso Platz haben, wie die bekannten Meisterwerke Manon Lescaut, Gianni Schicchi, oder La Bohéme. Das Menü mit Puccini-Werken hat noch Konzert-Schmankerl parat: das Sahnehäubchen auf der Geburtstagstorte wird nämlich die wunderschöne Messa di Gloria, sowie der Arienabend des heiß erwarteten Roberto Alagna sein.
Von der Speisekarte der Opern darf auch László Tihanyis Genitrix in der Produktion der Opéra National de Bordeaux nicht fehlen. In Vertretung der Budapester Operettenszene, die als kulturelles Hungaricum gilt, wird die neu inszenierte klassische Operette Die lustige Witwe von Franz Lehár aufgeführt, in der Musical-Kategorie kommt es zur Premiere von Abigél nach dem gleichnamigen, weltweit erfolgreichen Roman von Magda Szabó.
Erlebnisse warten auch auf das Publikum der Kammerkonzerte: das verzaubernde Geigenspiel von Maxim Vengerov, die reife Kunst des 50jährigen Bartók Streichquartetts, das mit großem Interesse erwartete Debüt des Flash Trios gehören ebenso zum Flair des Budapester Frühlingsfestivals, wie junge Talente, die sich bei rangvollen internationalen Festivals Preise holten, wie z.B. der Organist László Fassang, der Hornist Szabolcs Zempléni, oder der Pianist Elmar Gasanow.
Aus Prinzip der Chancengleichheit wird das Talent von Künstlern mit Behinderung ins Rampenlicht stellt. Das Festivalpublikum darf diesmal das Klavierspiel des 28jährigen blinden Tamás Érdi erleben, der Chopins Welt mit suggestiver Kraft darstellt. Es erfährt, wie Gottes Nähe durch die Gospels der Mittsiebziger schwarzen Herren von Blind Boys of Alabama, ausgezeichnet mit dem Grammy, zu uns herüberstrahlt. Man kann auch erleben, wie die jungen, behinderten Mitglieder des vor zehn Jahren gegründeten Baltazár-Theaters, oder die der Tanzgruppe Gördülõ ("Rollende") im Rollstuhl sitzend zusammen mit gesunden Balletttänzern die für sie kreierte Choreographie von Yvette Bozsik verwirklichen, also wie diese Künstler liebevoll die Zuschauer dazu bewegen, das Anderssein zu akzeptieren.
Und schließlich sollen hier noch zwei magische Namen von der VIP-Gästeliste der Tanzkunst stehen. Zum ersten Mal stattet Joan Myers Browns Ensemble, die Philadelphia Dance Company (ein Repräsentant der Höchststufe der Virtuosität) Ungarn einen Besuch ab. Die Limón Dance Company kehrt nach zehn Jahren Pause wieder nach Budapest zurück.
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Bilder: budapestinfu.hu und festivalcity.hu
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05.02.2008 - 16:30 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 176 X
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