Präsident der Helmholtz-Geme inschaft übergibt sein Amt an Nachfolger Mlynek
Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft übergibt sein Amt an Nachfolger Mlynek
Bulmahn: "Reform der größten deutschen Forschungsorganisation erfolgreich umgesetzt"
"Die Helmholtz-Gemeinschaft hat sich radikal und erfolgreich reformiert", bilanzierte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn am (heutigen) Dienstag in Berlin anlässlich der Stabsübergabe der Präsidentschaft der Helmholtz-Gemeinschaft von Professor Walter Kröll an den derzeitigen Präsidenten der Humboldt-Universität, Professor Jürgen Mlynek. Innerhalb von nur vier Jahren sei es gelungen, die größte Forschungsorganisation Deutschlands mit 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter effizienter und leistungsfähiger zu machen.
Die Umstellung von institutioneller auf programmorientierte Förderung und die Mittelvergabe im Wettbewerb hat erheblich dazu beigetragen, dass die Helmholtz-Gemeinschaft mit ihren 15 Forschungszentren jetzt eine "ausgezeichnete Position im internationalen Wettbewerb hat", so Bulmahn. "Die Reform der Helmholtz-Gemeinschaft ist ein erfolgreiches Beispiel für eine längerfristig angelegte Strategie zur Modernisierung unserer Forschungslandschaft," erklärte die Bundesforschungsministerin. Sie setze auf mehr Wettbewerb und die Stärkung der Eigenverantwortung vor Ort. Bürokratische Festlegungen gehörten nun der Vergangenheit an.
Bulmahn dankte dem scheidenden Präsidenten Professor Kröll für "seinen unermüdlichen Einsatz, seine Beharrlichkeit und seine Durchsetzungskraft". Kröll erklärte: "Alle 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Helmholtz-Gemeinschaft können Stolz auf die Leistung in den vergangen Jahren sein. Unsere gesamte Forschung ist programmatisch neu ausgerichtet und wird im Wettbewerb nach dem Verfahren der programmorientierten Förderung finanziert. Dies hat Leistungskraft und Effizienz der Gemeinschaft spürbar gesteigert." Darüber hinaus seien Instrumente zur Vernetzung mit den Hochschulen entwickelt worden sowie Programme zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Beispiele hierfür seien die virtuellen Institute von Helmholtz-Zentren und Hochschulen, gemeinsame Nachwuchswissenschaftlergruppen sowie die Wiedereinstiegsstellen nach einer Elternzeit im Rahmen des 5-Punkte-Programms zur Chancengleichheit.
Seinem Nachfolger, Professor Jürgen Mlynek, der am 1. September 2005 sein Amt als Präsident antritt, wünschte Bulmahn "viel Kraft und Ausdauer bei der Weiterentwicklung der Reformen innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft." Professor Jürgen Mlynek bekräftigte, er werde als künftiger Präsident die Reform der Helmholtz-Gemeinschaft fortsetzen. "Die Helmholtz-Gemeinschaft hat eine anspruchsvolle Mission: Spitzenforschung, die wesentlich zur Lösung großer und drängender Probleme von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft beiträgt. Um Spitzenforschung zu betreiben, brauchen wir die besten Köpfe. Die Helmholtz-Gemeinschaft bietet optimale Bedingungen, gleichermaßen für Spitzenwissenschaftler und Nachwuchskräfte", so Mlynek wörtlich. "Das allein genügt jedoch nicht. Um uns im globalen Wettbewerb zu behaupten, müssen wir uns mit Partnern aus Hochschulen, der außeruniversitären Forschung und aus Unternehmen weiter vernetzen. Zusätzlich müssen wir die Leistungen in den Zentren gemeinsam nach außen vertreten und mit einer starken Marke Helmholtz verbinden."
Bulmahn betonte abschließend, dass sie klar zum "Pakt für die Forschung und Innovation" stehe, der den großen deutschen Forschungsorganisationen für die kommenden Jahre einen jährlichen Mittelzuwachs von mindestens drei Prozent garantiere. Das bedeute allein für die Helmholtz-Gemeinschaft 50 Millionen Euro mehr für das kommende Jahr. Die Einzelvereinbarung der großen Forschungseinrichtungen seien ausverhandelt. Damit verpflichteten sie sich im Gegenzug die Kooperation mit Hochschulen zu intensivieren, den Wettbewerb zu stärken, den Nachwuchs zu fördern und unkonventionelle Forschungsansätze zu unterstützen. Die mit den Ländern vereinbarte feste Zusicherung der Mittelerhöhung werde bereits 2006 greifen. Bulmahn: "Diese Verlässlichkeit und Klarheit brauchen unsere großen Forschungseinrichtungen, um sich im internationalen Wettbewerb strategisch auszurichten und den Innovationsstandort Deutschland zu stärken."
O-Töne sind ab 15:00 Uhr unter http://www.helmholtz.de/audio abrufbar.
Zur weiteren Information
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die Erforschung von Systemen hoher Komplexität. www.helmholtz.de
Professor Jürgen Mlynek (geboren 1951 in Gronau/Leine) studierte Physik an der Technischen Universität Hannover und an der Ö‰cole Polytechnique in Paris. An der Universität Hannover promovierte er 1979 zum Dr. rer. nat. und habilitierte 1984. Nach einem Aufenthalt am IBM Forschungslabor in den USA wechselte Mlynek als Assistenz-Professor zur Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. 1990 ging er als ordentlicher C4-Professor für Experimentalphysik an die Universität nach Konstanz. Nach zehn Jahren Forschung und Lehre zog es Mlynek in das Forschungsmanagement: Von 1996 bis 2001 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im September 2000 wurde er Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin, die er zu einer führenden deutschen Universität weiterentwickelt hat. Mlynek wurde mit zahlreichen wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1992).
Professor Dr. Walter Kröll (geboren 1938 in Waldbreitbach bei Neuwied/Rhein) hat an der Universität Bonn Mathematik und Physik studiert und wurde 1964 zum Dr. rer. nat. promoviert. Von 1967 an hatte er Professuren für theoretische Physik an den Universitäten Bochum, Essen und Marburg inne. Zwischen 1972 und 1979 wirkte Kröll als Gründungsrektor der Universität/Gesamthochschule Essen, von 1979 bis 1987 als Präsident an der Spitze der Philipps-Universität Marburg. 1987 übernahm er den Vorstandsvorsitz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Helmholtz-Gemeinschaft. Mit Gründung des Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. im Herbst 2001 wurde Kröll erster Präsident der neu aufgestellten Forschungsorganisation. Zusätzlich wirkte er in einer Reihe nationaler und internationaler Gremien. Unter anderem war er Präsidiumsmitglied der Weltrektorenkonferenz (A.I.U., 1985 bis 1990), Vizepräsident der European Science Foundation (ESF, 1994 bis 1998), Vorsitzender der Association of European Research Establishments in Aeronautics (EREA, 1996 bis 1998) und Vorsitzender der deutschen Delegation im ESA-Rat (1998 bis 2001). Seine Verdienste wurden im In- und Ausland mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Dazu zählen die Ehrendoktorwürde der Wilfrid Laurier University, Waterloo (Kanada), und die Ehrenprofessur der Peking University of Aeronautics and Astronautics (BUAA). Die NASA hat ihm die "Distinguished Civil Service Medal" verliehen. Professor Kröll ist "Chevalier dans l"Ordre National de la LÖ©gion d"Honneur" und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.
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24.08.2005 - 10:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 210 X