"Trautvetter scheitert an Widrigkeiten der Praxis"
Obwohl Ende Januar vom Landesverkehrsminister groß angekündigt, fahren in Thüringen noch keine Gigaliner. Dies haben Recherchen der Allianz pro Schiene ergeben. Eigentlich waren die Monstertrucks für Anfang Februar angekündigt, aber außer einer kurzen Testfahrt bis zur Autobahn ist seitdem nichts passiert. Offenbar gibt es Probleme, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Freitag in Berlin.
Im Januar hatte Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) überdeutlich gezeigt, was er von den Beschlüssen der Verkehrsministerkonferenz hält. Entgegen dem dort gefassten Mehrheitsbeschluss, keine neuen Pilotversuche mit den bis zu 25 Meter langen Gigalinern zu beginnen, erteilte er eine Ausnahmegenehmigung für Matratzentransporte der Firma Breckle auf der Strecke von Weida nach Erfurt. Mitte März hat mit dem Zwiebackproduzenten Brandt ein zweites Unternehmen in Thüringen grünes Licht für Riesen-Lkw-Fahrten erhalten. Es zeigt sich einmal mehr, dass Minister Trautvetter sich beim Thema Gigaliner-Zulassung als übermotivierter Ideologe betätigt und nun an den Widrigkeiten der Praxis scheitert. Statt die auftretenden Probleme ernst zu nehmen, will er weiterhin mit der Brechstange Versuchsfahrten in Thüringen durchdrücken, kritisierte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.
Warum sich die bereits für Anfang Februar anberaumten Starttermine für die Transporte mit den von Trautvetter als Longliner bezeichneten Fahrzeugen immer wieder verschieben, ist offiziell nicht bekannt. Die angekündigten Pressetermine, mit denen beide Firmen die Testfahrten öffentlichkeitswirksam feiern wollten, haben bislang nicht statt gefunden. Ich appelliere nochmals an Herrn Trautvetter, die so genannten Testfahrten mit diesen gefährlichen Fahrzeugen zu unterlassen, so Flege. Mit dieser Forderung hat er die Thüringer auf seiner Seite: In einer repräsentativen Meinungsumfrage vom September 2007 hatten sich 76 Prozent gegen die Zulassung von Gigalinern ausgesprochen.
Die wiederholten Versuche des Landesverkehrsministers in Thüringen zeigen nach Ansicht des Schienenbündnisses, dass von einer Entwarnung in puncto Zulassung von Riesen-Lkw keine Rede sein kann. Dirk Flege: Auf EU-Ebene steht das Thema im Sommer erneut auf der Agenda. Deshalb ist es umso wichtiger, dass das Transitland Deutschland mit gutem Beispiel vorangeht und Alternativen auf der sichereren und umweltfreundlicheren Schiene aufzeigt. Monstertrucks können unsere Verkehrsprobleme nicht lösen, sondern nur verschärfen.
04.04.2008 - 10:00 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 160 X
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