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Neues Schuljahr - Mangel allüberall: Kinder zahlen die Zeche




Eine Grundunterrichtsversorgung von nur noch bei 93 Prozent und 2200 fehlende Lehrerstellen nach dem Zuweisungserlass des Kultusministeriums sind im kommenden Schuljahr 2005/2006 schlechte Vorraussetzungen für die Schülerinnen und Schüler. Zu diesen fehlenden Stellen kommen weitere 30 Stellen hinzu, die für die Umsetzung der Schulzeitverkürzung an den Gymnasien gebraucht werden. Entlastungen für Schulleitungen, Modellprojekte, Lehrerstellen für neue Ganztagsangebote und Praxisklassen an den Hauptschulen summieren sich auf weitere 318 Stellen. Außerdem wird ein bisher vorhandener Pool mit 158 Lehrerstellen aufgelöst, so dass Schulämter nicht mehr flexibel auf neue Klassenbildungen und besonderen pädagogischen Bedarf reagieren können.

"Die zu erwartenden Konsequenzen sind mangelnde Unterrichtsabdeckung, größere Klassen, fehlende Personalkontinuität durch kurzfristige Vertretung statt regulärer Stellen und schlechte Arbeitsbedingungen für angestellte Lehrer, die möglichst schnell in andere Bundesländer abwandern. Es gibt keinen Förderunterricht mehr und Schulen können ihre Schulprogramme nicht mehr umsetzen, weil ihnen das Geld dazu fehlt. Auch beim Erfolgsmodell "Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern" wird der Rotstift angesetzt. Allein in Frankfurt wurden die Lehrerstellen in diesem Bereich um 10 Prozent auf 67 verringert. Auch die steigende Zahl der Sonderschüler von 21 593 auf 26 118 und die hohe Sitzenbleiberanzahl von 22 805 Schülerinnen und Schülern gegenüber 15 145 vor zehn Jahren sowie die vielen Jugendlichen ohne Abschluss der Hauptschule in Höhe von 3024 zeigen die Folgen dieser verfehlten Politik. Zudem haben sogar 434 Schülerinnen und Schüler die Sonderschule ohne Abschluss verlassen. Das Versprechen der "Unterrichtsgarantie" ist gebrochen und das Gegenteil der angekündigten Qualitätsverbesserung findet statt", kritisiert die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Priska Hinz.

Nach Angaben der GRÜNEN ist ein auffälliger Zulauf zu Gymnasien zu verzeichnen. "Das ist ein Beleg für die darin deutlich werdende Sorge der Eltern, ihre Kinder sonst von Bildungs- und Zukunftschancen abzuschneiden. Dafür hat die Kultusministerin nach eigenen Aussagen wenig Verständnis. Sie droht schon jetzt mit steigenden Querversetzungen, statt für ein zukunftsweisendes Schulmodell zu sorgen, das Kinder nicht länger aussortiert, sondern ihnen das längere gemeinsame Lernen in Schulen ermöglicht, an denen sie alle Abschlüsse erreichen können."

Für Ganztagsschulen gibt es immer noch kein verlässliches Landesprogramm, es gibt einen Antragsstau, der mehr als 200 Schulen umfasst. Auch für die Gymnasien mit verkürzter Schulzeit gibt es kein Investitionsprogramm für den Bau von Mensen. "Dies zeigt: Die Schulpolitik von Karin Wolff (CDU) lebt von der Hand in den Mund, die CDU-Bildungspolitik ist ohne Perspektive."

Lehrerfortbildung

Der Zustand der Lehrerfortbildung erhält kurz und bündig die Note "ungenügend". Für 54 000 Lehrerinnen und Lehrer stehen bis zum Ende des Schuljahres 2005/2006 insgesamt nur 2134 Angebote zur Verfügung. Darüber hinaus reichen die finanziellen Mittel bei weitem nicht aus. Für jede Grundschule stehen gerade einmal 150 Euro im Jahr für die Fortbildung des gesamten Kollegiums zur Verfügung. Die beruflichen Schulen erhalten für die gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung aller Lehrkräfte jeweils 680 Euro jährlich. Alle anderen Schulformen gehen leer aus, für Fortbildung gibt es dort überhaupt kein Budget. Auch die Staatlichen Schulämter können den Schulen kein Geld für die Buchung von Angeboten zur Verfügung stellen. Laut Gesetz kann das Institut für Qualitätsentwicklung die Kostenübernahme für besondere Angebote empfehlen. Allerdings ist nicht geregelt, wer die Finanzierung übernimmt. "Zu wenige Angebote und zu wenig Geld. Da nützt auch die Verpflichtung zur Fortbildung nichts. Die Landesregierung lässt die Lehrerfortbildung ins Leere laufen, und die obwohl die Lehrerfortbildung für die Lern- und Unterrichtskultur eine zentrale Rolle spielt", unterstreicht Priska Hinz.

 

Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag - Pressesprecherin: Elke CezanneSchlossplatz 1-3; 65183 WiesbadenFon: 0611/350597;.Fax: 0611/350601Mail: grueneltg.hessen.de Web: http://www.gruene-hessen.de



Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN HESSEN / pressrelations.de

30.08.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 276 X