Schwimmbad: Keime verderben Badesspaß
Sommer, Sonne, Schwimmbad – so macht das Leben Spaß. Nicht nur Kinder und Jugendliche freuen sich, wenn sie in den heißen Monaten Erfrischung im kühlen Nass finden. Auch für viele Erwachsene gehört Schwimmen einfach zum Sommer- und Urlaubsvergnügen dazu. Aber Achtung: Wer sich viel im Wasser aufhält, kann sich leicht eine Entzündung des Gehörgangs zuziehen. Mediziner sprechen von der so genannten Schwimmbad-Otitis. Wie man sich davor schützen kann und was man machen sollte, wenn man eine Entzündung hat, erklärt Dr. Michael Deeg vom Berufsverband der HNO-Ärzte.
„Schwimmbad-Otitis ist in den Sommermonaten die Diagnose Nr. 1 in den Praxen der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es mehr oder weniger reines Glück ist, wenn man viel in Freibädern schwimmt und noch nie eine Schwimmbad-Otitis hatte“, erklärt Dr. Deeg. Wie kommt es dazu und was ist das überhaupt? Durch den Aufenthalt im Wasser weicht die Haut im äußeren Gehörgang auf, der natürliche Fettschutz wird aufgelöst. Chlor, das in Schwimmbädern zur Desinfektion verwendet wird, beschleunigt diesen Prozess. Aber prinzipiell dasselbe passiert auch in Badeseen oder im Meer. Ist der Hautschutz im Ohr erst einmal aufgelöst, haben Keime ein leichtes Spiel: Mühelos dringen sie in die Haut ein, vermehren sich und verursachen eine lokale Entzündung.
Keime gibt es überall, im Schwimmbad aber treten sie besonders häufig und konzentriert auf. Dr. Deeg: „Schwimmbäder sind wahre Sammelbecken für Keime, vor allem findet man dort in vielen Fällen auch Problemkeime wie etwa Pseudomonas und Proteus, die eine ganz gezielte und konsequente Behandlung nötig machen.“
Spätestens zwei Tage nach der Infektion mit den Keimen setzt der Schmerz ein. Dr. Deeg: „Zunächst hat man Juckreiz und das Ohr wird berührungsempfindlich, aber innerhalb kurzer Zeit nehmen die Schmerzen sehr stark zu. Die Haut im Gehörgang ist rot und geschwollen und ein trübes Sekret bedeckt die Hautoberfläche. Dem Patienten geht es oft sehr schlecht.“ Der Mediziner rät dingend dazu, so schnell wie möglich einen HNO-Arzt aufzusuchen. Als lindernde Erstmaßnahme empfiehlt er, ein Schmerzmittel zu nehmen und das Ohr von außen etwas zu kühlen.
„Eine Schwimmbad-Otitis wird zwar oft als eine so genannte banale Infektion bezeichnet, aber sie kann außerordentlich schmerzhaft werden und man sollte unbedingt abklären, dass auch wirklich nur der äußere Gehörgang von der Entzündung betroffen ist, und nicht etwa auch das Mittelohr“, erklärt Dr. Deeg. Der Trommelfellbefund gehört für den HNO-Facharzt ebenso zu einer fundierten Diagnose wie ein Abstrich: „Nur so kann zuverlässig sichergestellt werden, dass die Entzündung schnell und effektiv behoben wird.“
Bei einer Schwimmbad-Otitis legt der HNO-Arzt u. a. einen Gazestreifen mit entzündungshemmender Salbe in den Gehörgang ein. Dr. Deeg: „Meist schafft eine gezielte lokale Behandlung innerhalb weniger Tage Besserung.“ Wichtig ist, dass der Salbenstreifen mit Hilfe eines Mikroskops richtig im Ohr platziert wird, also „unter Sicht“ wie der Fachmann sagt. Da der Gehörgang stark geschwollen ist, ist es umso wichtiger, dass der Salbenstreifen fachgerecht platziert wird. Dr. Deeg: „Ansonsten wird das für die Patienten noch schmerzhafter.“
Selbst Problemkeime können mit dieser lokalen Behandlung in der Regel innerhalb einer Woche geheilt werden – und dann steht dem nächsten Schwimmbadbesuch nichts mehr im Weg. Damit man sich dabei aber nicht gleich wieder eine Entzündung einfängt, empfiehlt Dr. Deeg, die Ohren richtig zu pflegen – und das heißt in erster Linie, generell nicht selbst zu reinigen und keinesfalls Wattestäbchen zu verwenden. Außerdem ist es zur Rückfettung der Haut empfehlenswert, während der Badessaison vorbeugend nach jedem Schwimmbadbesuch einen Tropfen Oliven- oder Babyöl ins Ohr zu tröpfeln.
Quelle: Tower Media GmbH / pressbot.net
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03.06.2008 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 46 X
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