Gute Schulpolitik ist mehr als Wahlkampf-Kongress
Ganztagsschulausbau muss seriös finanziert werden
2. September 2005:Zum Ganztagsschulkongress der Bundesregierung erklärt die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche MdB:
Es ist Wahlkampf und deshalb zieht die Bundesregierung ihren eigentlich erst für den Spätherbst geplanten Ganztagsschulkongress vor. Nachdem die PISA-Ergebnisse die Träume der SPD von der Einheitsschule platzen ließen und die SPD-Bildungspolitik widerlegt haben, will Frau Bulmahn ihr Ganztagsschulprogramm noch einmal ins rechte Licht rücken.
CDU und CSU befürworten den bedarfgerechten Ausbau von Ganztagsschulen in den Ländern. Sie erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sind für eine beträchtliche Zahl von Kindern aus sozialen Gründen wünschenswert.
Der Ganztagsschulausbau muss seriös finanziert werden. Das Programm der Bundesregierung darf dabei nicht überschätzt werden. Aus ihm werden lediglich Baukostenzuschüsse für Aufenthaltsräume, Kantinen oder Büchereien zur Verfügung gestellt. Damit ist noch lange keine funktionierende Ganztagsschule eingerichtet und im Betrieb finanziert. Es werden Lehrkräfte gebraucht und Qualifikationen aus dem weiten Feld freier Jugendarbeit.
Mitnichten entstehen durch das Programm die von Frau Bulmahn angegebenen 5000 neuen Ganztagsschulen. Es handelt sich hierbei vielmehr um die Zahl der Bauanträge. Zum Teil werden lediglich an schon bestehenden Ganztagsschulen Umbauten vorgenommen oder schon Horte an Schulen angegliedert.
Ganztagsschulen sind kein pädagogisches Allheilmittel. Das bisher rot-grün regierte NRW hat 14,6 Prozent Ganztagsschulen und liegt damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 11 Prozent, hat aber die schlechtesten PISA-Ergebnisse. Es muss beim Bemühen um die Verbesserung der Schule jeweils vor Ort entschieden werden, wofür das knappe Geld eingesetzt wird. In vielen Bundesländern fehlen noch Lehrer und fallen Unterrichtsstunden aus.
Bedarfsgerechter Ausbau der Ganztagsschule bedeutet, dass die stärker eigenverantwortliche Schule ein zu ihrem Umfeld passendes Konzept entwickelt und mit möglichen Kooperationspartnern, wie Musik- und Sportvereinen, Kirchen, freien gemeinnützigen Trägern, Unternehmen und Eltern, abstimmt. Dabei sind offene Formen, in denen Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht an weiteren Angeboten teilnehmen, oder gebundene, die den Unterricht über den ganzen Tag verteilen und durch Zusatzangebote unterbrechen, möglich. In jedem Fall ist die Ausformung vom Kind her zu definieren und muss kindgerechte Lebensrhythmen aufgreifen. Kinder brauchen in der Ganztagsschule ein gemeinschaftliches gesundes Essen und eine Betreuung, die insbesondere zur selbstständigen Erledigung von Hausaufgaben anhält. Darüber hinaus ist eine Mischung von fächerübergreifenden Kursen und freizeitorientierten Angeboten gefordert.
Autor(en): Katherina ReicheCDU/CSU-Fraktion im Deutschen BundestagPlatz der Republik 1, 11011 Berlinmailto:fraktion
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Quelle: CDU/CSU-FRAKTION / pressrelations.de
05.09.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 263 X
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