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10 Jahre Hightech-Boxenstopp in München




Werk München bedeutender Standort für die Wartung der ICE-Züge

(München, 5. September 2005) Nächster Halt: ICE-Werk München. Seit zehn Jahren gibt es in München einen Hightech-Boxenstopp für ICE-Züge. Das ICE-Werk hat sich seit der Eröffnung im September 1995 zu einem bedeutenden Eckpfeiler in der ICE-Wartung in Deutschland entwickelt. Modernste Technik und effektive Arbeitsabläufe in einer der größten Werkshallen Münchens gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit der schnellen Züge. 110 ICE-Züge der Baureihen 411 (ICE-T) und 403 (ICE 3) haben ihre Heimat im ICE-Werk München.

"Im Münchner Werk werden die modernsten und schnellsten ICE-Züge der Deutschen Bahn gewartet, gepflegt und repariert. Das große Engagement und die Qualifikation der Mitarbeiter tragen dazu bei, dass die Züge immer rechtzeitig und in ausreichender Anzahl für die Fahrgäste zur Verfügung stehen", erklärt der bayerische Bahnchef Klaus-Dieter Josel.

Durch die Wiedervereinigung Deutschlands sollten auch die neuen Bundesländer und insbesondere die Hauptstadt Berlin an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angeschlossen werden. Auf Grund dieser politischen Entwicklung wurde 1993 u. a. die ICE-Verbindung zwischen München und Berlin über Stuttgart und Frankfurt am Main in Betrieb genommen. In diesem Jahr musste in äußerst kurzer Planungs- und Bauzeit der erste Bauabschnitt des ICE-Werkes in München mit zwei Hallengleisen umgesetzt werden. Wegen der Nähe zum Münchner Hauptbahnhof und der Möglichkeit, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen, kristallisierte sich das Gelände zwischen der Friedenheimer- und Donnersbergerbrücke als der beste Standort heraus. Bis September 1995 wurde die Halle auf sechs Gleise ausgebaut.

Den Kern des ICE-Werkes bildet die ca. 460 Meter lange, ca. 60 Meter breite und 14,50 Meter hohe ICE-Triebzughalle. Zusammen mit dem Untergeschoss, in dem die umfangreichen Versorgungseinrichtungen untergebracht sind, ist die Halle rund 360 000 Kubikmeter groß. Die Außenansicht der Triebzughalle entspricht einer modernen, hochtechnischen Industriearchitektur. Durch die großflächige Glasfassade auf der Nordseite erhält die Triebzughalle eine Transparenz, die für die vorbeifahrenden Zugreisenden die eindrucksvolle Funktion der Werkstätte sichtbar macht.

Alle sechs Hallengleise sind in einer Höhe von 95 cm aufgeständert. Hierdurch entstanden ergonomisch optimal gestaltete Arbeitsplätze für Arbeiten im Unterflur- bzw. im Schürzenbereich der Fahrzeuge. Alle Arbeiten an Drehgestellen, Radsätzen, Bremsen und Wagenböden sowie die Entsorgung der Toiletten erfolgen von dieser Arbeitsebene aus. Gleichzeitig ist auf dieser Ebene der Radsatz- und Drehgestelltausch möglich. Eine Ebene tiefer sind die Unterflurarbeiten an Bremsbacken und den sonstigen am Wagenboden angeordneten Bauteilen möglich.

Von den Bühnen der dritten Arbeitsebene aus werden die Züge ver- und entsorgt, die Türen gewartet sowie die Fenster und Innenräume gereinigt. Ganz oben, 3,80 Meter über den Schienen, befinden sich bewegliche Arbeitsstände und fest montierte Bühnen. Von hier werden alle Reparaturen am Fahrzeugdach, zum Beispiel an den Stromabnehmern durchgeführt.

Zur Ausstattung des ICE-Werks gehört auch die vor zwei Jahren eingebaute Hebebockanlage. 32 Hebeböcke ermöglichen, dass ein Zug in ganzer Länge angehoben werden kann. Diese Anlage wird benötigt, wenn bei Revisionen, alle Drehgestelle und andere Großkomponenten getauscht werden müssen.

Durch die Verzahnung der Arbeiten auf den verschiedenen Ebenen kann der Boxenstopp aus dem laufenden Zugbetrieb heraus im Werk auf etwa 60 Minuten begrenzt werden. Dieses Wartungskonzept gewährleistet eine hohe Laufleistung der ICE-Züge. Ein ICE-Zug fährt am Tag durchschnittlich 1 500 Kilometer. Das entspricht knapp 500 000 Kilometer im Jahr.

Diagnoseberichte, die auch Komfortmängel einschließen, werden dem ICE-Werk schon während der Fahrt per Funk übermittelt. Dadurch können die erforderlichen Reparaturen arbeits- und werkstatttechnisch im Zulauf auf München vorbereitet werden. Durch das so übermittelte "Krankenblatt des Zuges" können die benötigten Ersatzteile schon vor Ankunft im Werk bereitgestellt werden. Dadurch wird die Reparaturzeit zusätzlich verkürzt.

Seit der Inbetriebnahme des ICE-Werkes München vor zehn Jahren hat sich der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland deutlich verändert. Neben weiteren ICE-Linien folgten dem ICE 1 auch die neuen Fahrzeuggenerationen des ICE 2, ICE 3 und ICE-T. Deshalb mussten auch die Halleneinrichtungen, die für die erste ICE-Generation (Langzugkonzept) ausgelegt waren, an die Halbzugversion angepasst werden. Heute können alle ICE-Baureihen in München gewartet und repariert werden. Alle 7500 Kilometer wird eine Lauffähigkeitskontrolle als Sicherheitscheck (etwa alle vier bis fünf Tage) und nach 21 000 km eine umfassende Nachschau durchgeführt (etwa alle zehn bis 12 Tage).

Neben den planmäßigen Fristarbeiten werden im ICE-Werk auch kurzfristigeReparaturen Radsatzwechsel Innenreinigung Wasserbefüllung WC-Entsorgung notwendige Prüfungen und gesetzlich vorgesehene Revisionen durchgeführt.Etwa 570 Mitarbeiter sind im ICE-Werk München beschäftigt. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze bei der Zulieferindustrie. Zum ICE-Werk München gehören auch eine Außenreinigungs-, eine Radsatzdiagnoseanlage an der Donnersbergerbrücke sowie eine Unterflurdrehmaschine zum Berichtigen des Radprofils in München-Pasing, auf der auch Fahrzeugen des Regionalverkehrs behandelt werden.München war nach Hamburg der zweite Standort für ein ICE-Werk in Deutschland. Inzwischen gibt es auch in Berlin, Dortmund und Frankfurt entsprechende Werkstätten, die aber nur über eine Werkhalle mit vier Gleisen und einer Länge von 230 Meter (Halbzugversion) verfügen.

Deutsche Bahn AG Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg

 



Quelle: DEUTSCHE BAHN / pressrelations.de

05.09.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 574 X