Naturathlon 2005 – Natursport am „Grünen Band„
Gemeinsame Presseinformation von BfN, Freistaat Thüringen und BUND
Naturathlon/Grünes Band/Naturschutz
• Rad-Sportler erkunden Naturerbe an der ehemaligen innerdeutschen Grenze • Natur vereint Menschen in Ost und West
Erfurt/Bonn, 9. September 2005: Beim Naturathlon 2005, 15 Jahre nach der Wiedervereinigung, entdecken zwei Natur-Sportteams die ehemalige innerdeutsche Grenze und ihre Umgebung, das heutige „Grüne Band„. Unter dem Motto „Natur vereint„ will das Bundesamt für Naturschutz (BfN) vom 29.September bis zum 2. Oktober mit der Natursport-Aktion „Naturathlon 2005„ das Grüne Band ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus, BfN-Präsident Hartmut Vogtmann und die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt kündigten gemeinsam das Natursportprojekt am Grünen Band an.
Zwölf Sportler werden gemeinsam in vier Tagen auf dem Fahrrad die etwa 1400 km lange Strecke an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bewältigen. Die beiden Teams mit je sechs Radsportlern werden zeitgleich im Norden an der Ostseeküste und im Süden im Fichtelgebirge starten und dann am „WestÖstlichen Tor„ nach jeweils 700 km aufeinander treffen. Gemeinsam fahren sie die letzte Etappe über den Werratalradweg nach Creuzburg. Begleitet wird diese Tour durch eine Reihe von Medienterminen, bei denen Besonderheiten des Grünen Bandes vorgestellt werden.
Das Grüne Band hat sich auf Grund seiner Abgeschieden- und Ungestörtheit zu einem gesamtdeutschen Naturerbe ganz besonderer Art herausgebildet. Dort, wo sich bis vor 15 Jahren ein unüberwindbarer Todesstreifen befand, hat sich eine faszinierende Natur mit einer bedeutenden Artenvielfalt eingebettet in eine fantastische Erholungslandschaft entwickelt.
„Ich bin dankbar„, so Ministerpräsident Dieter Althaus, „dass mit dem NATURATHLON auf das Grüne Band’, auf seine Schönheit und Artenvielfalt, aber auch auf seien Gefährdung hingewiesen wird. Dabei geht es nicht nur darum, einen einzigartigen Naturraum zu erhalten und weiterzuentwickeln. Es ist auch wichtig, dass für künftige Generationen ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte sichtbar und begreifbar bleibt.„
„Das Grüne Band verbindet heute, was früher trennte. Wir möchten mit dem NATURATHLON zeigen, dass es möglich ist, aus einer vormals unüberwindbaren Grenze, eine Lebenslinie für gefährdete Tier und Pflanzenarten zu entwickeln und als Teil eines europäischen ökologi-schen Netzwerkes zu schützen. Andererseits möchte diese Veranstaltung deutlich machen, dass Natur und Naturschutz eine wichtige Rolle beim Zusammenwachsen der Menschen in Ost und West spielen können. Der Naturathlon zeigt schließlich in unterhaltsamer und fröhlicher Weise, dass sich im Naturschutz ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange vereinen lassen. So bietet das Grüne Band vielfältige Möglichkeiten der Erholung, des Naturerlebens und der naturverträglichen Sportausübung„, erklärte der Präsident des BfN, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann die Ziele des NATURATHLON 2005. „Es wäre daher ein Riesenschritt voran, wenn die Länder das Angebot des Bundes auf unentgeltliche Übertragung der bundeseigenen Mauergrundstücksflächen annehmen,„ so Vogtmann.
Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Seit über 15 Jahren setzt sich der BUND für die Sicherung des Grünen Bandes, dem ersten gesamtdeutschen Naturschutzprojekt ein. Der dauerhafte Erhalt dieses lebendigen Denkmals jüngerer deutscher Geschichte kann durch die längst überfällige Einigung zwischen Bund und Ländern zur unentgeltlichen Bereitstellung der gut 10.000 Hektar (ca. 65 Prozent) bundeseigenen Flächen im Grünen Band erreicht werden.„
Das Grüne Band bildet insgesamt eine 1.400 km lange Biotopverbundachse mit vielen Querverzweigungen und großen unberührten Naturgebieten – aufgereiht wie an einer Perlenkette. Als Folge der Grenzlage ist am Grünen Band ein System von miteinander verbundenen Naturflächen entstanden, das in dieser Dimension von der Ostsee im Norden bis zum Fichtelgebirge/Vogtland im Süden einzigartig in Europa ist. Ein wichtiges Anliegen muss es sein, das Grüne Band als Biotopverbundachse von mehr als nationaler Bedeutung und als dauerhaftes historisches Denkmal zu erhalten.
Die Strecke des Naturathlon führt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Athleten werden in zwei Teams jeweils von Süden und Norden kommend in dem Zielort Creuzburg im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal in der Nähe des Nationalparks Hainich (Thüringen) aufeinander treffen. Die südliche Strecke führt von Bayern/Sachsen (Fichtelgebirge) über Hessen/Thüringen (Franken- und Thüringer Wald, Rhön und Nationalpark Hainich). Die nördliche Strecke von der Ostseeküste durch Schleswig-Holstein/Mecklenburg Vorpom-mern (Biosphärenreservat Schaalsee) über Niedersachsen/Brandenburg/Sachsen-Anhalt (Elbe, Drömling, Nationalpark Harz) zum Zielort.
Am Vortag der Deutschen Einheit findet am 2. Oktober ein öffentlicher Radwandertag von Eschwege (Hessen) nach Creuzburg (Thüringen) statt. Die rund 40 Kilometer lange Strecke führt entlang der Werra, dem ehemaligen Grenzfluss.
Ausrichter des NATURATHLON 2005 sind das Bundesamt für Naturschutz in Kooperation mit dem Bundesamt für Strahlenschutz, dem BUND-Projektbüro Grünes Band und dem Kuratori-um Sport und Natur
Hinweis an die Medien:Allgemeine Rückfragen im Pressebüro des BfN 0228-8491-280Das mobile Pressebüro Naturathlon ist ab dem 28.9.2005 unter folgenden Nummern zu erreichen:Reinhard Schneider, Presseteam Naturathlon-Süd, 0173-2763546Franz Emde, Presseteam Naturathlon-Nord 0172-2027081Weitere Information zum Naturathlon 2005 und Grünen Band erhalten Sie unter: www. Naturathlon.de
Quelle: BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) / pressrelations.de
09.09.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 183 X

RSS Feed