Thüringer Holz auf Thüringer Dächern - Dachstuhl der Anna-Amalia-Bibliothek übergeben
Anlässlich der 62. Jahrestagung des Deutschen Forstvereins, die seit gestern in Weimar stattfindet, übergibt der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, morgen auf einem Presserundgang in Weimar symbolisch einen neuen Dachstuhl der Anna-Amalia-Bibliothek.
Durch die Holzspende des Freistaates Thüringen, des Waldbesitzerverbandes für Thüringen und zahlreicher Thüringer Waldbesitzer stammt das gesamte im neuen Dachstuhl der Anna Amalia Bibliothek verbaute Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, gewachsen in Thüringens Wäldern.
"Forst-, Holz- und Bauwirtschaft müssen an einem Strang ziehen, um eine zeitgemäße Verwendung des zeitlosen Baustoffes Holz nachhaltig zu gewährleisten. Das ist ein gangbarer Weg, um auch in Zukunft durch eine nachhaltige Forstwirtschaft unsere Wälder zu erhalten", so der Minister.
Die Nutzung und vielseitige Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist aktiver, nachhaltiger Klimaschutz. Durch die Verwendung von Holz in Möbeln, in Dachstühlen, im Innenausbau oder gar als komplettes Holzhaus wird bereits im Baum gespeichertes Kohlendioxid dauerhaft im verbauten Holz deponiert und gelangt nicht in die Atmosphäre. "100 Kubikmeter Bauholz im Dachstuhl der Bibliothek - das sind auch rund 20 Tonnen Kohlendioxid, die dauerhaft gespeichert werden und nicht in die Atmosphäre gelangen", erklärt Dr. Sklenar.
Forsten und Tourismus
Minister Dr. Sklenar stellt auch das Projekt "Ausweisung einer Wegenutzungskonzeption im Freistaat Thüringen", besser bekannt unter dem Begriff "Forsten und Tourismus", vor.
Nach Anhörung der örtlichen Interessenvertretungen der Waldeigentümer und der Waldnutzer, insbesondere der Reiter, Radfahrer, Wanderer, Skiläufer und Jäger sowie der Kommunen wurde erstmals in Thüringen ein einheitlich abgestimmtes Wegenetz für die verschiedenen Nutzungsarten ausgewiesen. Das Projekt "Forsten und Tourismus" konnte unter Federführung des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt zum 31. Dezember 2003 erfolgreich abgeschlossen werden. "Das Wegenetz ist unerlässliche Voraussetzung für zukunftsorientierte Marketingkonzepte. Es unterstützt eine Umorientierung hin zu einer neuen Herangehensweise der Wegekoordination zwischen den Freizeit- und Tourismusakteuren in der Region, auch über Landkreisgrenzen hinaus", so der Minister. Im Dialog miteinander konnten so gemeinsame Wegekonzepte für die verschiedenen Nutzergruppen erarbeitet und gleichzeitig die Anforderungen an eine nachhaltige, ökonomische, ökologische und multifunktionale Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden.
Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor erhielt mit der "Wegenutzungskonzeption für Thüringen" eine auf die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen abgestimmte Grundlage für die Entwicklung einer innovativen und zukunftsfähigen Infrastruktur. So sind derzeit in Thüringen über 15.000 km Wanderwege ausgewiesen, wovon die Hälfte durch Wald führt. Im Ergebnis dieses Projektes entstand ein flächendeckendes und vernetztes Angebot an Reit-, Rad-, Ski- und Wanderwegen innerhalb Thüringens, in das auch unbefestigte Waldwege integriert wurden, um den Bedürfnissen der verschiedenen Nutzer angemessen gerecht zu werden.
Die Möglichkeiten zur Ausübung des Reitsports im Wald haben sich im Zuge der Ausarbeitung der Wegenutzungskonzeption erhöht. Da der Freistaat und auch die Kommunen in besonderem Maße dem Allgemeinwohl verpflichtet sind, wurden die einem erheblichen Verschleiß unterliegenden Reitwege vorrangig im Staatswald ausgewiesen. So konnten in Thüringen insgesamt 12.000 km Reitwege, davon 5.000 km im Wald, ausgewiesen werden.
Fernerkundungsbasierte Erstellung des Waldverzeichnisses
Minister Dr. Sklenar stellt auch das Projekt "Erstellung eines Waldverzeichnisses mit Hilfe eines Satelliten gestützten Fernerkundungsverfahrens" vor, mit dem sich relativ kostengünstig Flächen vermessen und Waldbestände aufnehmen lassen. Mit diesem Verfahren wurden erstmals in Deutschland Gebiete großflächig und kostengünstig mit Hilfe der Fernerkundung kartiert. Die dabei zur Anwendung gekommene Technologie zählt zur fortschrittlichsten, die in Deutschland angewendet wird.
"Im Ergebnis dieses Projektes liegt von allen Forstämtern nunmehr eine korrigierte Waldfläche auf Amtsebene vor. Mich freut, dass im Ergebnis der ersten Auswertungen insgesamt ein Waldzugang von rund 30.000 ha in Thüringen zu verzeichnen ist. Die aktuell noch laufende intensive Detailbearbeitung durch die unteren Forstbehörden wird noch eine Konkretisierung dieser Zahl nach sich ziehen", sagt Dr. Sklenar.
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Katrin Trommer-HuckaufPressesprecherinBeethovenstraße 3 · 99096 ErfurtTel: (03 61) 37-99 930Fax: (03 61) 37-99 939E-Mail: pressestelle
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Quelle: MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, NATURSCHUTZ UND UMWELT - THÜRINGEN / pressrelations.de
16.09.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1554 X