Müller: "Altmühlleiten" ist ein Kronjuwel unter den bayerischen Naturschätzen
Das neue Naturschutzgroßprojekt ""Altmühlleiten"" setzt die bayerischen Initiativen zum Erhalt dieses Kronjuwels unter den bayerischen Naturschätzen fort.
München, 20. Juni 2005 - Das neue Naturschutzgroßprojekt ""Altmühlleiten"" setzt die bayerischen Initiativen zum Erhalt dieses Kronjuwels unter den bayerischen Naturschätzen fort. Dies betonte Umwelt-Staatssekretärin Emilia Müller heute in Schönfeld zum Start des Projektes bei der Übergabe der Förderbescheide gemeinsam mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Müller: "Schutz und Erhaltung dieser landschaftlich herausragend schönen Magerrasen und Steinbruchhalden mit ihrer einmaligen Arten- und Strukturvielfalt sind uns in Bayern schon lange ein wichtiges Anliegen. Das Projekt "Altmühlleiten" schützt eine Natur- und Kulturlandschaft von höchstem Rang, bewahrt ein nationales Erbe von großer Bedeutung, fördert einen höchst attraktiven Fremdenverkehrsraum und erhält ein Stück schöne und lebenskräftige Heimat." Das Projektgebiet umfasst hochwertige Trockenlebensräume und naturnahe Wälder. Zugleich bildet es eine international bedeutsame Verbundachse der Flora und Fauna. Mit einer Fläche von mehr als 3.800 ha reicht das Projekt in drei bayerische Regierungsbezirke. Zur konkreten Abwicklung haben deshalb die beteiligten Landkreise Eichstätt und Kelheim, die Stadt Pappenheim und die Gemeinde Solnhofen einen "grenzübergreifenden" regionalen Zweckverband gegründet. In seiner Laufzeit von 2005 bis 2015 fördert neben dem Bund mit 4,2 Millionen Euro der Bayerische Naturschutzfond das insgesamt 6,4 Millionen Euro teure Projekt mit 1,5 Millionen Euro, 700.000 Euro steuert der Träger bei.
"Seltene Arten haben auf den Trockenstandorten im Altmühltal einen bundesweiten Verbreitungsschwerpunkt. Es wurden 360 Arten nachgewiesen, die auf den "Roten Listen" stehen - jede dritte davon ist ""stark gefährdet""", betonte Müller. Dazu gehören das Gelbscheidige Federgras, die Rotflügelige Ödlandschrecke oder Schmetterlinge wie Apollofalter und Berghexe. Das ?Arnoldshabichtskraut? ist sogar eine endemische Art, die bundesweit nur im Projektgebiet vorkommt. Typisch fürs Altmühltal sind nach den Worten Müllers hochwertige Trockenlebensräume. Müller: "Mager- und Trockenrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Hier finden zahlreiche Insekten, besonders Schmetterlinge, auch Reptilien und Vogelarten ideale Lebensbedingungen". Dass die Hänge und Wiesentäler im Naturpark Altmühltal nicht schon längst zugewachsen sind, ist der traditionellen Hüteschäferei zu verdanken. "Wären die wolligen Landschaftspfleger nicht, würden die Jurafelsen in wenigen Jahrzehnten hinter Büschen und Bäumen verschwinden", so Müller. Deshalb soll die Hüte- und Wanderschäferei aktuell wieder revitalisiert werden. Ihre Förderung sichert eine ausreichende Beweidung und minimiert den sonst nötigen Pflegeaufwand. Ergänzt wird dieses Konzept durch Formen des sanften Tourismus und der Naturschutz-konformen Erholung sowie durch die Vermarktung möglichst naturgemäß erzeugter Regionalprodukte. Bisher schon hat das Umweltministerium den Erhalt wertvoller Lebensräume in den Landkreisen Eichstätt und Kelheim mit erheblichen Fördermitteln unterstützt, beispielsweise über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm mit rund 650.000 Euro pro Jahr.
Das Projekt "Altmühlleiten" ist das 7. Bayerische Naturschutzgroßprojekt. Bereits abgeschlossen sind die Projekte Hohe Rhön, Zinnbach, Regentalaue, Murnauer Moos. Das Projekt Mündungsgebiet der Isar und Waldnaabaue werden noch umgesetzt. Wegen der sehr hohen Anforderungen an Repräsentanz, Großflächigkeit, Naturnähe und Natürlichkeit, an Beispielhaftigkeit und Gefährdung stellt die Feststellung der Eignung eines Gebietes als Naturschutzgroßprojekt durch das Bundesamt für Naturschutz eine ganz besondere Auszeichnung dar. Nur die Filetstücke eines Bundeslandes haben über-haupt eine Chance als Gebiet von gesamtstaatliche repräsentativer Be-deutung anerkannt zu werden. Der Freistaat Bayern ist nach Niedersachsen das Land mit den meisten Naturschutzgroßprojekten.
Der Bayerische Naturschutzfonds wurde aus den Privatisierungserlösen der Staatsregierung im Rahmen der Offensive Zukunft Bayern eingerichtet. Zusätzlich erhält er Erträge aus der Glücksspirale. Die jährlichen Einnahmen werden für wichtige Naturschutzprojekte in Bayern eingesetzt.
Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de
© Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - www.stmugv.bayern.de
20.06.2005 - 13:35 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1178 X