Japans Kampf gegen die Wale
Internationale Walfangkommission IWC in Ulsan, Südkorea
Stimmenverhältnis weiter auf der Kippe
Frankfurt, 20.06.2005 - Japan versucht den Walschutz zu torpedieren. Auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC, die heute im südkoreanischen Ulsan begonnenen hat, kämpft Japan für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Die ersten Anträge der größten Walfangnation hatten die Abschaffung des Ausschusses zum Walschutz und die Einführung geheimer Abstimmungen zum Ziel. Über Walbeobachtung und den Schutz der Kleinwale will Japan auf der IWC überhaupt nicht mehr reden.
Gleichzeitig kündigte Japan offiziell an, seine Fangquoten im Walschutzgebiet rund um die Antarktis zu verdoppeln und die Jagd außerdem auf die stark gefährdeten Finn- und Buckelwale auszuweiten. Von Japan wird das Vorgehen als wissenschaftlicher Walfang bezeichnet. Mit diesem Trick nutzen die Japaner ein Schlupfloch der IWC-Vereinbarungen aus. "Für den Walschutz ist das eine Katastrophe", sagt Volker Homes, Walexperte des WWF Deutschland. "Alle paar Jahre weitet Japan sein Programm zum so genannten wissenschaftlichen Walfang aus und neue bedrohte Arten kommen hinzu. Das Problem ist, dass sich die IWC in einer Pattsituation befindet. Die Parteien stehen sich kompromisslos gegenüber. Und momentan ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen."
Experten gehen von weniger als 30.000 Buckelwalen aus, die heute noch in den Meeren der Welt leben. Neuere Schätzungen beziffern die Bestände vor Beginn des kommerziellen Walfangs auf mehr als eine Million Tiere. Für die Finnwale stellt sich die Situation ähnlich dar. "Von einer Erholung der Bestände, wie von Japan behauptet, kann überhaupt keine Rede sein", so Artenschützer Homes.
Bei den ersten Abstimmungen am heutigen Montag konnten die Walfangnationen noch keine Mehrheit erreichen. Sie unterlagen der Gruppe der Walschützer mit 27 zu 30 Stimmen. Doch Volker Homes warnt: "Das kann sich bis zum Ende der Konferenz am Freitag noch ändern. Momentan sind 66 Nationen bei der IWC registriert. Manche Länder hatten ihre Beiträge heute noch nicht bezahlt. Sobald sie ihre Rechnung begleichen, dürfen Sie auch mit abstimmen." Japan und seine Unterstützer werden den Fangstopp zwar nicht aufheben können, da dazu eine Dreiviertelmehrheit nötig ist. Solange die Walfänger ihre Quoten jedoch ohne internationale Kontrolle erhöhen können, diene diese Situation nur ihnen, so Homes
Weitere Informationen:Volker Homes, Fachgebiet Biodiversität & Artenschutz WWF Deutschland, Tel.:069/79144-183Christian Engel, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 069/79144-145, Fax: -116
20.06.2005 - 14:19 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 428 X