ICE 3 beendet Zulassungsfahrten in Frankreich: Mit Tempo 320 von Lyon nach Aix-en-Provence
Industrie kann jetzt technische Anpassungen am ICE 3 erbringen / Zulassung kostet Bahn 28 Millionen Euro
(Berlin, 21. September 2005) Mit einer Hochgeschwindigkeitsfahrt bis Tempo 320 ist heute auf der 280 Kilometer langen Strecke zwischen Lyon und Aix-en-Provence der technische Teil für die Zulassung des ICE 3 in Frankreich erfolgreich zu Ende gegangen. Damit ist eine entscheidende Etappe auf dem Weg zum europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr abgeschlossen. Ziel ist, ab 2007 auf der Strecke Paris–Ostfrankreich–Frankfurt/Stuttgart eine direkte schnelle Schienenverbindung von unter vier Stunden anzubieten.
Wichtigste Erkenntnis aus der über fünf Jahre dauernden Testserie: Die Technik des ICE 3 wird den landesspezifischen Anforderungen in Frankreich gerecht werden. Gleichzeitig wurde deutlich, welche ergänzenden Maßnahmen das ICE-Industriekonsortium am Fahrzeug für das französische Schienennetz jetzt vornehmen muss.
Die Betriebszulassung in Frankreich ist ein wichtiger Meilenstein für die Deutsche Bahn. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte: "Als führendes europäisches Mobilitätsunternehmen wollen wir durch gute Reiseangebote – auch im grenzüberschreitenden Verkehr – die Position der Bahn im Wettbewerb zum Flug- und Straßenverkehr ausbauen. Unser Erfolg ist aber in hohem Maße auch von der Mitwirkung der Industrie abhängig, die jetzt die notwendigen Arbeiten am Fahrzeug ohne Zeitverzug durchführen muss. Der mehrsystemfähige ICE 3 kann dann beweisen, dass er auch auf den anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitsstrecken in Frankreich fahrtauglich ist."
Der internationale ICE 3M – "M" steht für mehrsystemfähig –, der technisch für den grenzüberschreitenden Verkehr entwickelt und gebaut wurde und heute bereits in den Niederlanden, der Schweiz und Belgien unterwegs ist, soll bald auch die speziell für Frankreich notwendige Technik haben. Gemeinsam mit dem ICE-3-Konsortialführer Siemens unter Beteiligung von Bombardier hat die Deutsche Bahn die Zulassung betrieben. Rund 28 Millionen Euro hat die DB bislang für die Zulassung aufgewandt.
Innerhalb der vergangenen fünf Jahre waren zwei ICE-3M-Züge zu Testfahrten in Frankreich unterwegs und haben insgesamt mehr als 100.000 Kilometer zurückgelegt. Jetzt hat der "ICE Würzburg" die letzten Testfahrten bestritten. Damit der deutsche Hochgeschwindigkeitszug auf dem französischen Streckennetz fahrplanmäßig 320 km/h schnell fahren kann – das wird auf dem Weg von Frankfurt nach Paris schon ab 2007 auf dem Abschnitt zwischen Baudrecourt und Vaires möglich sein –, ist der ICE 3 bereits in Versuchsreihen bei Geschwindigkeiten von bis zu 353 km/h getestet worden.
Was der ICE 3M jetzt im September 2005 endlich hinter sich gebracht hat, steht dem TGV POS (POS steht für Paris–Ostfrankreich–Süddeutschland) noch bevor. Ab Ende November 2005 wird die SNCF für ihren TGV in Deutschland die Zulassung betreiben.
Herausgeber: Deutsche Bahn AGKommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg
Quelle: DEUTSCHE BAHN / pressrelations.de
21.09.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 411 X
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