ICE-Strecke bringt in Gießen die Fische stromaufwärts
Bahn finanziert Fischaufstiegsanlage an der Lahn / Ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Bau der ICE-Strecke Rhein/Main Köln / Spatenstich mit Stadtrat Rausch
(Frankfurt am Main, 20. Juni 2005) Mit einem gemeinsamen Spatenstich gaben heute Stadtrat Thomas Rausch, der Dezernent für Stadtentwicklung, Bauwesen, Umwelt, Grünanlagen und Stadtreinigung der Stadt Gießen, und Matthias Mähliß, Umweltplaner bei der DB ProjektBau, das Startsignal für den Bau einer Fischaufstiegsanlage an der Kinkel’schen Mühle. "Wir freuen uns, dass wir mit unserem Engagement den Bau der Anlage ermöglichen konnten", so Mähliß. Mit über 400.000 Euro finanziert die Bahn die Bauarbeiten der so genannten Fischaufstiegsanlage als ökologischen Ausgleich für die beim Bau der ICE-Hochgeschwindigkeitstrecke zwischen Frankfurt und Köln unvermeidlichen Eingriffe in die Natur.
"Als erster Baustein der "Vision einer ungehinderten ökologischen Durchgängigkeit" der Lahn über Stadt und Ländergrenzen hinweg", erläutert Rausch, "wird jetzt die erste der drei Wehranlagen der Lahn im Stadtgebiet für Fische und andere Kleinstlebewesen passierbar gestaltet." Das Projekt ist damit wichtiger Bestandteil des vom Regierungspräsidium Gießen koordinierten Programms zur Wiederansiedlung des Lachses und anderer Wanderfische im Lahnsystem.
Die Fischaufstiegsanlage wird neben der Wasserkraftanlage am Mühlgraben errichtet. Über sie werden ab Ende Oktober Fische stufenweise und mit Becken zum Ausruhen den Höhenunterschied am Wehr überwinden. Eine Besonderheit der Fischaufstiegsanlage an der Kinkel’schen Mühle wird die unterirdische Beobachtungsstation. Von dort aus kann die Wanderung der Fische beobachtet und wissenschaftlich ausgewertet werden. Auch für die Öffentlichkeit soll die Station in Zukunft zugänglich sein. Auf Anfrage kann der interessierte Besucher durch eine große Panzerglasscheibe die heimischen Fischarten wie Barsch und Aal vorbei schwimmen sehen. Erst wenn alle Hindernisse, wie z.B. die Sperrstufe bei Lahnstein, mit diesen Aufstiegsanlagen ausgestattet sind, werden auch wieder ausdauernde Wanderfische wie der Lachs den Weg nach Gießen finden.
Die Stadt Gießen bittet Anwohner und Passanten im Bereich "Zu den Mühlen" und der Bootshausstraße um Verständnis, dass teilweise durch die Bautätigkeit Sperrungen und Einschränkungen unvermeidbar werden. So muss bis Oktober der Weg über das Klinkel"sche Wehr gesperrt bleiben.
Herausgeber: Deutsche Bahn AGKommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg
20.06.2005 - 15:16 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1306 X