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Deutsche Reiseveranstalter schicken Touristen zum "Delfine-Quälen"


(pur). "Das tierquälerische Schwimmen mit gefangenen Delfinen droht zum Urlaubs-Sommerhit dieses Jahres zu werden", warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). In Zeiten rückläufiger Reisebuchungen greifen deutsche Touristikkonzerne verstärkt zum publikumsträchtigen "Flipper-Strohhalm", damit die Kassen wieder klingeln.



Tatort Dominikanische Republik:

Noch bis zum 16.07. pries Tchibo als "Traumreise zu Traumpreisen" eine 8-tägige Badereise mit Schwimmen mit Delfinen im bei Puerto Plata gelegenen "Ocean World Adventure Park" für nur 899 Euro an.

"Die lebhaften und sensiblen Tiere lassen Sie schnell vergessen, dass Sie eigentlich ein Landlebewesen sind. Wer hat noch nie davon geträumt, wie Sandy (aus der Fernsehserie "Flipper") einen treuen Freund im Meer zu haben?", hieß es im Reise-Info von Tchibo.

Nach Protesten der GRD reagierte der Kaffeeröster prompt, das Angebot wurde sofort aus dem Programm genommen.



Tatort Türkei:

Zwei Delfinarien locken in der Türkei ahnungslose Urlauber in die "Delfin-Falle". Das in Kemer befindliche Türkiz Hotel bietet neben Thalasso-Therapie auch das Moonlight-Park-Delfinarium, in dem 3 aus dem Schwarzen Meer stammende Große Tümmler und ein Walross zu täglichen extrem belastenden Show-Programmen gezwungen werden.

In Kas wurde ein Freiwasser-Delfintherapie-Zentrum errichtet, das unter Einsatz mehrerer ebenfalls aus dem Schwarzen Meer stammender Delfine, einem Belugawal und mehrerer Robben für knapp 5.000 Euro Heilung durch mehr als fragwürdigen Delfin-Therapien verspricht.



Tatort Ägypten:

In Sharm el Sheik lockt seit diesem Jahr das Delfinarium "Delphinella", in dem Touristen mit 2 aus Russland importierten Delfinen schwimmen können.



Tatort Österreich:

Selbst im bislang "delfin-freien" Österreich wächst die Gier nach dem schnellen Delfin-Profit. So denken Lokalpolitiker des Weilers Allerheiligen (Mürztal) laut über den Bau eines Delfintherapie-Zenrums mit 9 Delfinen nach. Kernstück des geplanten Gesundheitsparks Allerheiligen soll ein "Delfinarium-Aquapark" werden. Hauptargument für das Projekt ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze.



"Diese Liste ließe sich fast beliebig verlängern", erklärt die GRD. "Im Endeffekt laufen all diese Reise- und Therapieangebote immer auf das gleiche hinaus: Auf Kosten der Delfine wird viel Geld verdient, auf die Bedürfnisse der Tiere wird wenig bis keine Rücksicht genommen, die Delfine werden langsam aber sicher zu Tode gequält".



Die GRD warnt vor diesen und ähnlichen Angeboten, durch die man nicht nur der Delfin-Quälerei Vorschub leistet, sondern sich besonders bei Schwimm-Programmen auch noch selber in Gefahr begibt: "Die Delfine stehen unter Dauerstress und reagieren aggressiv. Immer wieder werden Besucher gebissen oder von den Tieren gerammt und verletzt".





Quelle: Gesellschaft zur Rettung der Delfine e.V. / pressetreff.de

21.06.2005 - 13:49 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 452 X