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Der Eierstempel bringt`s


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(pur). Verbraucher können seit Anfang des Jahres entscheiden, welche Eier sie konsumieren möchten, da seit Jahresbeginn EU-weit eine einheitliche Eierkennzeichnung Pflicht ist. Die Kennzeichnung zeigt die Form der Tierhaltung und der Herkunft der Tiere an. Ob ein Ei wirklich aus der angegebenen Haltungsform kommt, kann mit Hilfe der so genannten UV-Methode festgestellt werden.

Seit dem 1.1.2004 gilt die europäische einheitliche Eierkennzeichnung. Jedes Ei trägt als "Visitenkarte" einen Stempel. Durch die darauf angegebene Zahlenfolge kann jeder Verbraucher nachvollziehen, woher sein Frühstücksei stammt und unter welchen Verhältnissen das passende Huhn dazu lebt. Der Stempel auf der Schale ist dreiteilig, z.B.: 0-DE-654321. Vor allem die erste Ziffer ist für den Tierschutz relevant. Sie steht für die Haltungsform der Leghennen:



0 = ökologische Erzeugung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Käfighaltung



Die nachfolgenden beiden Buchstaben geben Auskunft, aus welchem Land das Ei stammt:



DE = Deutschland

NL = Niederlande

FR = Frankreich

DK = Dänemark



Eine mehrstellige Zahlenfolge gibt den Betrieb an, wobei die letzte Ziffer der Schlüssel für die jeweilige Stallnummer ist.



In Deutschland werden jedes Jahr 18 Milliarden Eier verzehrt, die von 50 Millionen Legehennen gelegt werden. Rund zwei Drittel dieser Eier kommen aus Käfighaltung, den so genannten "Legebatterien". In diesen "Eierfabriken" vegetieren Legehennen unter unglaublichen Bedingungen dahin. Nur 2 % der Eier stammen von Hühnern aus ökologischer Haltung.

Der Tierschutzgedanke und Kampf gegen die Batteriehaltung schützt auch den Verbraucher. Denn die Käfighaltung ist nicht nur für die Hühner eine Tortur. Die Eier aus dieser Haltung können auch für den Menschen gefährlich werden: Damit die Legehennen die Qualhaltung auf engstem Raum durchstehen und sich keine Epidemien ausbreiten, werden dem Futter Arzneien und Chemikalien beigemischt. Dennoch treten immer häufiger Tierseuchen auf und machen das Ei zu einem problematischen Nahrungsmittel.



Das Deutsche Tierhilfswerk e.V. (DTHW) hat als erste Tierschutzorganisation 1997 mit Hilfe der so genannten UV-Methode den bundesweiten Eierschwindel aufgedeckt. Eier aus Käfigbatterien wurden damals zu teuren Freiland- oder Bodenhaltungseiern umdeklariert. Ob dies immer noch gängige Praxis ist, sollte ein bundesweiter Eiertest des Deutsche Tierhilfswerk e.V. zeigen.



In den Bundesländern Bayern, Rheinland-Pfalz, NRW und Berlin testete das DTHW e.V. über 1000 Eier auf die Richtigkeit ihres Stempels - diesmal jedoch mit erfreulich wenigen negativen Überraschungen.

Für die Tests wurden jeweils gestempelte und ungestempelte Eier aus Supermärkten, Bioläden und Ab-Hof-Verkäufen sowie von Wochenmärkten gekauft. Diese Stichproben wurden mit einer speziellen UV-Lampe auf Gitterspuren untersucht. Diese treten normalerweise nur bei Käfighaltung auf. Die Fallgitter drücken sich in die noch weiche Eierschale (Kutikula) ein und verursachen minimale Verletzungen, die jedoch unter UV- Licht sichtbar werden.

Lediglich 2% der untersuchten Eier wurden beanstandet. Die Hälfte davon waren ungestempelt und vom Händler mündlich als Freiland- oder Ökoeier bezeichnet worden. Die übrigen "faule Überraschungs- Eier" waren zwar ordnungsgemäß gestempelt ("0" oder "1"), wiesen unter der UV- Lampe dann jedoch deutliche Gitterspuren auf.

Häufig war der Eierstempel unleserlich und es wurden auch Monate nach Inkrafttreten der Verordnung immer noch ungestempelte Eier in Supermärkten angeboten.



So erfreulich das Ergebnis im Vergleich zu 1997 ist, sollten Konsumenten ungestempelte Eier ab Hof oder vom Wochenmarkt nur dann kaufen, wenn Sie sicher sind, dass der Erzeuger tatsächlich freilaufende Hühner hält. Wichtig ist, dass die Menge der angebotenen Eier in einem biologischen Verhältnis zur Anzahl der gehaltenen Hühner steht. Bei den Landwirten, die durch die Eier-Test- Aktion des DTHW e.V. geoutet wurden, scharrten meist ein paar "Alibihühner" vor dem Hof, während hinter den Kulissen weniger erfreuliche Verhältnisse herrschten.



Grundsätzlich bittet das Deutsche Tierhilfswerk Verbraucher, nur Eier aus Öko- oder Freilandhaltung zu erwerben, damit die Tierquälerei der Batteriehaltung endlich aufhört.



Weitere Infomationen gibt es beim Deutschen Tierhilfswerk e.V., Schleißheimerstr. 188, 80797 München, Tel: 089-3575200 oder direkt im Internet unter www.tierhilfswerk.de.





Quelle: Deutsches Tierhilfswerk e.V. / pressetreff.de

21.06.2005 - 13:49 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 565 X