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Landrechtsstreit in Brasilien eskaliert: Indianer besetzen Zellstoff-Fabrik




300 Tupinikim- und Guarani-Indianer halten seit gestern das größte Eukalyptus-Zellstoffwerk der Welt von Aracruz-Celulose im brasilianischen Bundesland Espirito Santo besetzt. Sie wehren sich dagegen, dass der Konzern Aracruz ihnen 11.000 Hektar Land weggenommen hat. Aracruz hatte die Indianer während der brasilianischen Militärdiktatur von diesem Territorium vertrieben, um dort in Monokultur Eukalyptus-Plantagen anzulegen. ROBIN WOOD unterstützt die India­ner im Kampf um ihr Gebiet. Insbesondere fordert ROBIN WOOD die großen Kunden von Aracruz auf, sich dafür einzusetzen, dass der Konflikt friedlich gelöst wird.

Die beiden Konzerne Procter&Gamble und Kimberly-Clark verarbeiten Eukalyptus-Zellstoff von Aracruz für ihre Markenprodukte wie Tempo-Taschentücher, Charmin-Klopapier bzw. Hakle und Kleenex-Tücher. Procter&Gamble und Kimberly-Clark sind die größten Kunden von Aracruz und nehmen zusammen 45 Prozent seiner Zellstoffproduktion ab. ROBIN WOOD erwartet, dass die bei­den multinationalen Konsumartikel-Konzerne ihrer Verantwortung gerecht werden und sich dafür einsetzen, dass Aracruz keinen Zellstoff auf Kosten entrechteter Indianer in Brasilien produziert. Obwohl beide Unternehmen von ROBIN WOOD mehrfach auf den Landkonflikt hingewiesen wurden - eine erste Protestaktion am Tempo-Werk in Neuss gab es bereits im Mai dieses Jahres - weigern sie sich bislang hartnäckig, Konsequenzen zu ziehen.

"In Deutschland wissen bislang nur wenige Verbraucher, dass für Tempo-Taschentücher Indianer vertrieben werden. Wenn diese Nachricht breitere Kreise zieht, werden Procter&Gamble und Kim­berly-Clark mit ihren Markenprodukten erheblich unter Druck geraten. Und das ist auch gut so", sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD.

 

Für Rückfragen: Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, Tel. 0175 – 655 644 2;Ute Bertrand, Presse­sprecherin, Tel. 040 / 380 892 22,

 

Kontakte nach Brasilien vermitteln wir gern.

Im Anschluss dokumentieren wir die aktuelle Erklärung der Tupinikim und Guarani:

ARACRUZ CELULOSE OCCUPIED

We occupied the 3 pulp mills of Aracruz Celulose in the municipality of Aracruz (EspÖ­rito Santo state), Brazil, to ask the attention of the public about our land struggle and the lands we took back in May, lands that were in the companies’ hands until May this year.

This multinational has been invading our lands for more than 35 years. The pulp mills were built over the Tupinikim Village of Macacos. We hold Aracruz Celulose responsible for the main problems we have been facing during all these years. It is responsible for the destruction of our rivers, forests and damages to our culture and traditional way of life.

Our action is to:

protest and communicate to the Federal Government that we do not accept interventions and impositions of Aracruz Celulose in the demarcation process of our lands;

· to remind the Minister of Justice about the urgency to edit the acts that recognize our indige­nous lands;

· demand the presence of the President of FUNAI, MÖ©rcio Pereira Gomes, to define with us the timetable of the withdrawal of the company from our lands and the deadlines for the de­finitive demarcation and validation of our lands.

OUR LAND, OUR FREEDOM October 6 , 2005



Quelle: ROBIN WOOD / pressrelations.de

07.10.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 95 X

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