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Gesundheitsreform muss auf die Agenda von Schwarz-Rot




Zahnärzte: Reformstillstand wäre fatal für Deutschland

Wiesbaden, 7. Oktober 2005. Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte forderte heute in Wiesbaden einen kompletten Systemwechsel der Krankenversicherung in Deutschland. Die 171 Delegierten des größten unabhängigen zahnärztlichen Berufsverbandes mit 21.000 Mitgliedern sprachen sich für die "freiheitliche Neuorientierung im Gesundheitswesen" aus. Kernpunkte sind die Privatisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie die Umstellung auf eine Pflicht zur Versicherung mit der Einführung der Kostenerstattung für einen Kernleistungsbereich. Dr. Wilfried Beckmann, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte, erklärte: "Es geht um die Würde des Menschen. Um sein Recht, selbst zu entscheiden, in welchem Umfang und mit welcher Priorität er sich versichern möchte. Gerade in der Zahnmedizin liegt aufgrund der Erfolge einer präventionsorientierten Versorgung darin kein unüberschaubares Risiko für die Versicherten."

Als verhängnisvoll bezeichnete Beckmann eine Stagnation in der Gesundheitspolitik, sollten sich SPD und Union auf eine Regierungskoalition verständigen und keine gemeinsame Lösung für die strukturellen Probleme der GKV finden. "Unsere europäischen Nachbarn führen mutige sozialpolitische Reformen durch, wie zum Beispiel die skandinavischen Länder, und sind uns damit weit voraus. Deutschland glaubt mit einer Kostendämpfungsmaßnahme nach der anderen den Stein der Weisen gefunden zu haben. Dieser Irrweg muss ein Ende haben", so der Bundesvorsitzende. Sollte eine große Koalition die einmalige Chance einer strukturellen Gesundheitsreform verpassen, befürchtet Beckmann eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung, weil dann zunehmend Gesundheitsleistungen rationiert würden. "Wir brauchen Mut für eine neue Balance zwischen eigener und gesellschaftlicher Verantwortung. Das, was der Einzelne aus eigener Kraft leisten kann, muss vor der Inanspruchnahme solidarisch finanzierter Leistungen stehen", sagte Beckmann.

Aus diesem Grund fordert der Freie Verband Deutscher Zahnärzte für die Zahnmedizin einen Kernleistungsbereich, der ähnlich bereits in der Schweiz, den Niederlanden sowie Schweden gilt, und von der Europäischen Regionalorganisation des Weltzahnärzteverbandes (ERO-FDI) als Modell für Europa vorgeschlagen wird. Dieser Bereich soll Prävention, Untersuchung und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Behinderten umfassen sowie Behandlungen infolge von Tumor, Trauma und genetisch bedingten Erkrankungen. Die Absicherung aller anderen zahnärztlichen Leistungen soll in die Eigenverantwortung des Patienten übergeben werden.

 

Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter www.fvdz.de Ihr Ansprechpartner: Wolfgang Straßmeir Freier Verband Deutscher Zahnärzte

 

Hauptversammlung v. 6.-8.10.05 in Wiesbaden: Mobil: 0172-267 2308, Tel: 0611-3306 1802, Fax: 0611-3306 1831 Berliner Büro: Auguststraße 28, 10117 Berlin, Tel.: (030) 24 34 27-0, Fax: (030) 24 34 27 67, E-Mail: wsfvdz.de



Quelle: DEUTSCHER ZAHNÄRZTE VERBAND (DZV) / pressrelations.de

07.10.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 93 X

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