Zukunft der Klinischen Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts gesichert
Die Klinische Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) soll zum 01. November 2005 in die Trägerschaft des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) überführt werden. Die stationäre tropenmedizinische Krankenversorgung würde in das UKE verlagert werden, die Ambulanz, das Reisemedizinische Zentrum sowie die Reiseimpfsprechstunde würden am jetzigen Standort Bernhard-Nocht-Straße verbleiben. Gleichzeitig vereinbaren BNI und UKE eine enge Kooperation in den Bereichen tropenmedizinische Versorgung, sowie Aus- und Weiterbildung. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat am 25.10. einem entsprechenden Kauf- und Kooperationsvertrag zugestimmt. Der Betriebsteil Forschung des BNI mit seinen 13 wissenschaftlichen Abteilungen und Arbeitsgruppen ist nicht von der Übernahme betroffen und wird unverändert am jetzigen Standort weitergeführt.
Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Direktor des BNI: "Die gute Nachricht ist, dass die Zukunft der renommierten Tropenklinik nun gesichert ist. Natürlich stimmt es ein wenig wehmütig, dass das BNI die Klinik mit ihrer über 100jährigen Tradition nicht selbst weiterführen kann. Durch die vereinbarte Kooperation und den Betrieb der Ambulanz im Institutsgebäude werden BNI und Klinik jedoch eng miteinander verbunden bleiben."
Das UKE beabsichtigt, die stationäre Patientenversorgung der Klinischen Abteilung des BNI als Sektion Tropenmedizin mit eigener Ausstattung und Budgetierung in die bestehende 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik zu integrieren. Das Angebot in den Bereichen Infektionsmedizin und Tropenmedizin soll ausgebaut werden. Die vom BNI etablierte Kooperation mit der Bundeswehr wird sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich vertragsgemäß fortgesetzt.
Hintergrund
Die Klinische Abteilung des BNI mit ihren 62 Betten ist bisher ein selbständiger Betriebsteil des BNI, deren laufende Kosten aus eigenen Einnahmen getragen werden müssen und der – anders als der Betriebteil Forschung des BNI – dafür keine staatlichen Zuschüsse erhält. Nach den Strukturreformen im Gesundheitswesen ist der Klinikbetrieb des BNI in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wie sie bei anderen kleinen und hoch spezialisierten Häusern ebenfalls zu beobachten ist. Weniger Überweisungen, kürzere Liegezeiten und eine Verstärkung ambulanter Behandlung führten zu einer zunehmend geringen Auslastung der 62 Betten. Das derzeitige Bilanzdefizit der Klinischen Abteilung beträgt rund 1,5 Mio. Euro Vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Situation wurde mit Hilfe einer Unternehmensberatung die Wirtschaftlichkeit der Klinischen Abteilung analysiert und Optimierungsmöglichkeiten geprüft. Zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und des tropenmedizinischen Behandlungsangebots auf qualitativ hohem Niveau wurde empfohlen, die Klinische Abteilung mit einer größeren infektiologischen Einheit zu verknüpfen und einen neuen Betreiber zu suchen. Die Umsetzung erfolgte in Form einer beschränkten Ausschreibung durch die zuständige Behörde für Wissenschaft und Gesundheit. Mit Ablauf der Angebotsfrist lagen zwei Angebote vor. Nach Detailverhandlungen Anfang Oktober erhielt der Anbieter UKE den Zuschlag.
Zukunft des Betriebsteils Forschung des BNI
Das BNI ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und Dienststelle der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit. Im Betriebsteil Forschung sind rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Forschungsschwerpunkte sind tropische Viren, Malaria und andere parasitäre Erkrankungen. Die mikrobiologische Zentraldiagnostik ist Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und wird unverändert spezielle diagnostische Leistungen in der Tropenmedizin erbringen. Die Forschung wird gemeinsam von Bund und Ländern durch Zuschüsse finanziert und bleibt einschließlich der diagnostischen Servicebereiche vollständig erhalten. Der Erweiterungsbau mit modernen Sicherheitslaboratorien für die Infektionsforschung wird Anfang 2007 fertig gestellt sein. Damit wird die internationale Konkurrenzfähigkeit und herausragende Bedeutung des BNI ausgebaut. Die jetzt ausgehandelte Kooperation mit dem UKE stellt sicher, dass Klinik und Forschungsinstitut auch weiterhin eng zusammenarbeiten.
Weiteres Verfahren
Zum Abschluss des Vertrages bedarf es der Zustimmung der Bürgerschaft sowie des UKE-Kuratoriums. Zusammen mit der entsprechenden Mitteilung an die Bürgerschaft ist die Drucksache zur Zukunftssicherung der Klinischen Abteilung des BNI im Vorwege an den Gesundheitsausschuss überwiesen worden. Ein Übergang des Klinikbetriebes soll zum Jahreswechsel erfolgen.
Dr. Barbara Ebert Wissenschaftsreferentin Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Bernhard-Nocht-Str. 74 20359 Hamburg Tel. 040/42818-525 Fax 040/42818-400 E-mail: barbaraebertbni-hamburg.de Das Tropeninstitut im Internet: http://www.bni-hamburg.de
Quelle: BERNHARD-NOCHT-INSTITUT FÜR TROPENMEDIZIN / pressrelations.de
26.10.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 97 X

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