1 Stern (übel)2 Sterne3 Sterne (brauchbar)4 Sterne5 Sterne (top!) (3 Bewertung(en), Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Memetik und virales Marketing, Definitionen (Teil I)

Die philosophische Ideenlehre kennen wir bereits von Platon, der „Ideen“ als real existierende Entitäten begriff und reale, materielle Dinge als Kopien dieser Ideen wertete. Wer die Idee eines Baumes sehen will, muss sich nur eine Kinderzeichnung eines Baumes ansehen, grüner Kreis und braunes Rechteck, und auch jeder Erwachsene erkennt die Zeichnung sofort als Baum. Dabei sehen Bäume in Wirklichkeit ganz anders aus.

In den 70ern enstand durch Richard Dawkins das Kunstwort „Mem“ (engl. meme), abgeleitet aus dem Französischen, Griechischen und Lateinischen, angelehnt in Aussprache und analoger Bedeutung an das Gen.

Während die Memetik als Wissenschaft um Relevanz und gegen das Ockhamsche Rasiermesser kämpft, erweist sich das „Mem“ als nützliches gedankliches Werkzeug, eher in philosophischer Betrachtung denn als wissenschaftliche Hypothese, dass sich zunehmend verbreitet, wie ein Mem halt.

If you look at the historical landscape, there’s this meme that goes in waves that says, “Google sucks,” or “Google has bad quality,” „ (Matt Cutts von google in einem Interview mit wired.com)

Diese beiläufige Erwähnung des „Mem“ Begriffs durch einen der Toptentwickler bei google zeigt nicht nur die Verbreitung dieser Vokabel, sondern auch dass die Tragweite erkannt wird. In diesem Fall, dass google wohl immer wieder mit entsprechenden Vorurteilen zu kämpfen haben wird. Der Erkenntnisgewinn fürs Marketing liegt darin, dass man von vornherein die eigene PR entsprechend ausrichten kann, ohne sich jedes mal aufs Neue von der negativen Stimmungsmache überraschen und überrollen zu lassen.

Memetische Vokabeln:

Mem – In Analogie an die „Gene“ als Bausteine einer Zelle, sind „Meme“ die Bausteine von Ideen und damit von Gedanken, Konzepten, Vorstellungen, Geschichten, usw. Als Beispiel für einen klassischen Streitpunkt der streng wissenschaftlichen Perspektive gilt Bachs 5. Symphonie, während das Stück insgesamt ein Mem darstellt (es kann nicht weiter unterteilt werden ohne aufzuhören zu funktionieren), ist den meisten Menschen lediglich das einprägsame Dadada bekannt, was somit zweifelsohne ein eigenständiges Mem ist. Während die Kritiker auf den logischen Widerspruch verweisen, dass ein nicht teilbares Mem ein anderes Mem enthält, erkennt der pragmatische Alltagsphilosoph zwei eigenständige, wenn auch verwandte Meme.

Memplex – Meme können sich vernetzen, also gedankliche Konstrukte und Strukturen bilden, in denen sich die einzelnen Meme gegenseitig stützen und bedingen. Bilden Meme einen in sich logisch geschlossenen Komplex, so nennt man diesen einen Memplex. So entstehen aus Memen ganze Ideologien und Weltanschauungen oder genauer; dies ist die Begründung wie man die Beobachtungen für einzelne Meme auch auf sehr komplexe Gedankenkonstrukte anwenden kann.

Teil 2: Memetik und virales Marketing, Praxisbeispiele

 

Foto: pixelio / pepsprog


1 Stern (übel)2 Sterne3 Sterne (brauchbar)4 Sterne5 Sterne (top!) (3 Bewertung(en), Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

2 Antworten auf Memetik und virales Marketing, Definitionen (Teil I)

  1. Pingback: Beliebteste Suchbegriffe » Memetik und virales Marketing, Definitionen (Teil I) | pressbot …

  2. Pingback: Memetik und virales Marketing, Praxisbeispiele (Teil II) | pressbot® PR & Marketing Blog