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Memetik und virales Marketing, Praxisbeispiele (Teil II)

pixelio Aber welche Relevanz hat dies für die Praxis und für ein erfolgreicheres Marketing? Nehmen Sie eine Marketingkampagne bzw. einen Pressetext und klopfen Sie diese auf die wesentlichen Aussagen ab, auf die „Messages“, die verbreitet werden sollen… dies sind, laut Definition, nichts anderes als Meme.

Dieser leichte Perspektivenwechsel erlaubt es nun die einzelnen Meme auf Ihre Verbreitungsmöglichkeiten, Nachhaltigkeit und Funktion hin zu durchleuchten, aber auch unerwünschte, kontraproduktive Aussagen ggf. leichter zu erkennen. Und wer die Kernaussagen identifiziert und erkennt, dass diese sich auch losgelöst von der eigentlichen Kampagne halten und nachwirken, kann diese entsprechend modifizieren.

Zwei Beispiele:

  1. „Can you hear me now“ Ein englischer Alltagssatz, der so oft bei der Werbung einer großen amerikanischen Telekommunikationsfirma wiederholt wurde, dass daraus sogar ein umgangssprachlicher „running gag“ wurde und wohl jeder Amerikaner noch über Jahre, wann immer dieser Satz fällt, sofort an dieses Unternehmen denken wird. Und das lange nachdem die ursprüngliche Kampagne beendet wurde.

  2. Ein Elektrogerätehändler hält sich nicht damit auf zu sagen „Wir verkaufen Elektrogeräte“ Das tun viele andere auch. Er hält sich nicht damit auf zu sagen „Wir verkaufen Elektrogeräte besonders günstig“ Das behaupten viele andere auch. Er bringt es sprachlich brachial überspitzt auf den eigentlichen Punkt „Geiz ist geil“ Und ohne das Unternehmen zu nennen, weiß jeder sofort wer gemeint ist. Der Spruch wirkt sogar so gut, dass den meisten Kunden zu entgehen scheint, dass abseits der Aktionsangebote die meisten Produkte keineswegs sonderlich günstig sind.

 

Dabei kann ein Marketingexperte natürlich auch ganz ohne Kenntnisse der Memetik derartige Konzepte entwickeln. Memetik bietet also primär keine neuen „magischen“ Techniken oder Konzepte, sondern eine zusätzliche Erkenntnistiefe und die Möglichkeit Zusammenhänge besser zu begreifen.

Denn es ist möglich allen Memen, unabhängig über deren konkrete inhaltliche Aussage, allgemeingültige Eigenschaften zuzuordnen.

Teil I: Memetik und virales Marketing, Definitionen

Teil III: Memetik und virales Marketing, Algorithmen des Hörensagens

 

Foto: pixelio / modellbauknaller


 


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3 Antworten auf Memetik und virales Marketing, Praxisbeispiele (Teil II)

  1. Pingback: Memetik und virales Marketing, Definitionen (Teil I) | pressbot® PR & Marketing Blog

  2. Pingback: Memetik und virales Marketing, Algorithmen des Hörensagens (Teil III) | pressbot® PR & Marketing Blog

  3. Cigdem Pullu sagt:

    Ein sehr interessanter und auf den Punkt gebrachter Artikel.
    Besonders gut finde ich die zwei Beispiele, wobei es meiner Meinung nach hätte sinnvoller sein können, diese als Einleitung zu nehmen. Der Leser erkennt an bekannten slogan sofort, was gemeint ist. Die vielseitigen Erklärungen, Definitionen und Memetischen Vokabeln sind ohne vom Thema abzuweichen beschrieben worden.
    Sehr gut!